1. Home
  2. Vermischtes
  3. Niederländer fälschte mehr als 1000 Giacometti-Skulpturen

Skandal
Niederländer fälschte mehr als 1000 Giacometti-Skulpturen

Die Giacometti-Skulptur «Grand tete de Diego» in einer Ausstellung in Zürich im Jahr 2011. (Bild: Keystone)

Ein niederländischer Künstler hat im grossen Stil Skulpturen des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti gefälscht. Die Käufer haben es seiner Meinung nach verdient, hinters Licht geführt zu werden.

Veröffentlicht am 07.04.2013

Der niederländische Künstler Robert Driessen hat sich im Magazin «Spiegel» dazu bekannt, in den Jahren 1998 bis 2008 rund 1300 Skulpturen des Schweizer Bildhauers und Malers Alberto Giacometti (1901 bis 1966) gefälscht zu haben - mehr als doppelt so viele, wie von diesem Künstler selbst stammen. Originale erzielen auf dem Kunstmarkt Preise in zweistelliger Millionenhöhe.

2009 waren gefälschte Giacometti-Skulpturen in Frankfurt am Main und Mainz beschlagnahmt worden, und die deutschen Mittelsmänner, die die Skulpturen in Umlauf gebracht hatten, wurden verhaftet. Sie wurden vom Landgericht Stuttgart wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges zu neun beziehungsweise zu sieben Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Stuttgart konnte damals jedoch nicht feststellen, von wem die Fälschungen stammten.

Der «Spiegel» traf Robert Driessen nun in Thailand, wo der 54-Jährige ein Café betreibt. «Es ist nicht schwierig, Giacomettis zu machen», behauptet der Fälscher. Die Ermittlungen gegen ihn laufen, die deutschen Behörden können aber eine Auslieferung aus Thailand nicht beantragen, weil Driessen kein deutscher Staatsbürger ist.

«Die Kunstwelt ist verrottet», sagt Driessen. «Wer glaubt, für 20'000 Euro einen echten Giacometti kaufen zu können, verdient es, hinters Licht geführt zu werden.»

(tno)

 

Anzeige