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Mord
Ex-Fondsmanager erschiesst Banken-Chef

Mutmasslicher Todesschütze Jürgen Hermann: Botschaft auf seiner Homepage.   Keystone

In der Garage einer Bank wurde in Liechtenstein ein 48-Jähriger erschossen. Es soll sich dabei um den Banken-Chef handeln. Der Täter – laut Polizei ein berüchtigter Ex-Fondsmanager – konnte fliehen.

Veröffentlicht am 07.04.2014

Im liechtensteinischen Balzers ist es am Montagmorgen zu einem Tötungsdelikt gekommen. Ein 48-jähriger Mann wurde um 07.30 Uhr in der Tiefgarage einer Bank erschossen. Laut «Radio 1» handelt es sich dabei um den CEO der Bank Frick, Jürgen Frick. Der Schütze ist geflohen.

Die Liechtensteiner Landespolizei teilte mit, der mutmassliche Täter sei bewaffnet und gefährlich. Nach Polizeiangaben hat der Mann mit einem weiss-grauen Personenwagen der Marke «Smart» mit Liechtensteiner Kontrollschildern das Weite gesucht.

Die Polizei gab den Namen des mutmasslichen Todesschützen mit Jürgen Hermann aus Mauren an, ein Erfinder und ehemaliger Fondsmanager, der sich seit Jahren mit den Banken anlegt.

Hermann über Videoaufnahmen identifiziert

 

Dieser habe sein Opfer zu Fuss in die Tiefgarage der Bank Frick verfolgt. Das Opfer war nach sieben Uhr auf dem Weg zur Arbeit und mit dem Auto in die Tiefgarage der Bank Frick in Balzers gefahren. Der tödliche Schuss oder die tödlichen Schüsse fielen, nachdem das Opfer parkiert hatte und aus dem Auto ausgestiegen war. Gefunden wurde das Opfer kurz vor 07.30 Uhr von einem anderen Bankangestellten.

Dass es sich beim mutmasslichen Täter und Todesschützen um den ehemaligen Erfinder und Fondsmanager Jürgen Hermann handelt, wusste die Polizei sofort aufgrund der in der Tiefgarage gemachten Videoaufnahmen.

Hermann ist eine schillernde Person im Fürstentum. Der ehemalige Erfinder führt seit Jahren einen Kampf gegen Banken und das politische Establishment. Hermann macht Banken und den liechtensteinischen Staat für seinen Ruin als Fondsmanager verantwortlich. Erst letzten Freitag hatte er wieder Mails verschickt, in denen er den Kleinstaat als «Fürstendumm Scheissenstein« bezeichnete.

«Robin Hood von Liechtenstein»

Das Fürstentum verklagte der «Robin Hood von Liechtenstein» vor ein paar Jahren auf 200 Millionen Franken Schadenersatz, angeblich deshalb, weil die Finanzmarktaufsicht seine Gesellschaft und ihre Fonds unter Beobachtung (Monitoring) stellte.

Zum Opfer machte die Liechtensteiner Polizei keine Angaben, auch nicht auf Nachfrage. Die Bluttat geschah nach Informationen der Nachrichtenagentur sda in der Tiefgarage der Bank Frick. Diese Bank war früher die Depot-Bank des mutmasslichen Täters.

(sda/me/sim)

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