Die Chefs internationaler Konzerne sind mit Blick auf das Wirtschaftswachstum pessimistischer geworden. Dabei sind die Schweizer CEO laut einer Umfrage besonders besorgt. Als grösste Bedrohungen werden hierzulande Überregulierung, Handelskonflikte sowie Wechselkursschwankungen genannt.

42 Prozent der weltweit befragten Unternehmenschefs rechnen mit einem wirtschaftlichen Wachstum in den nächsten zwölf Monaten, nachdem es im Vorjahr noch 57 Prozent gewesen sind, wie aus einer alljährlichen Manager-Umfrage des Wirtschaftsprüfers PwC hervorgeht, die am Montag in Davos vorgestellt wurde. Von einer Abschwächung der Konjunktur gehen zudem 29 Prozent aus, nachdem es im Vorjahr lediglich 5 Prozent waren.

PwC führte zwischen September und Oktober 2018 insgesamt 1378 Interviews mit CEO in 91 Ländern. Die Manager verunsichere die globale und nationale Politik, sagte Andreas Staubli, Chef von PwC Schweiz im Gespräch. Zudem seien Überregulierung, Handelskonflikte sowie die Verfügbarkeit von Fachspezialisten weiterhin kritische Punkte. Auffallend sei, dass globale Bedrohungen wie Klima und Terrorismus damit in den Hintergrund gerieten.

Vom eigenen Unternehmen überzeugt

Die CEO von 30 Schweizer börsenkotierten Unternehmen, die befragt wurden, zeigen sich sogar noch pessimistischer. Lediglich 27 Prozent glauben daran, dass die Wirtschaft in den nächsten zwölf Monaten wachsen wird, während 47 Prozent von einem Rückgang ausgehen.

Gemäss Einschätzung der Manager werde es zu einer Abkühlung kommen, kommentierte Staubli. Es handle sich vielleicht nicht unbedingt um eine Rezession, aber ein sehr viel tieferes Wachstum werde erwartet.

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Mit Blick auf das eigene Unternehmen sind die hiesigen Firmenchefs allerdings wiederum deutlich zuversichtlicher. 40 Prozent gehen davon aus, dass ihr Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten den Umsatz steigern wird. Global sind es 35 Prozent.

Abhängig von Exporten und Währungen

Im Unterschied zu anderen Ländern beschäftige die Schweizer Manager besonders die Entwicklungen des Schweizer Franken gegenüber dem Euro und dem US-Dollar, sagte Staubli weiter.

Es überrasche zudem auch nicht, dass Handelskonflikte hierzulande weiter oben auf der Liste der Bedrohungen zu finden sind als im weltweiten Durchschnitt. Der zunehmende Protektionismus führe dazu, dass sich die CEO weltweit mehr auf ihre Heimmärkte fokussierten und Expansion in neue Märkte weniger in Betracht gezogen würden.

Die Schweiz als Exportnation sei jedoch ausgesprochen abhängig von den Handelsbeziehungen – anders als etwa die USA mit einem grossen Heimmarkt. Für die Schweiz sind die wichtigsten Wachstumsmärkte laut der Studie die USA und Deutschland sowie an dritter Stelle China.

(sda/ise)