Durchatmen bei den europäischen Finanzministern. Auf den Sitzungen war durchgedrungen, dass der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis nicht mehr Verhandlungsführer bei den Treffen der Europäischen Union (EU) ist. Die nun seit über drei Monaten gewählte Regierung war bisher nicht in der Lage auch nur im Ansatz ein tragfähiges Konzept bei den Sitzungen vorzulegen, wie die marode Staatsfinanzierung zu lösen ist. Die amateurhaften Vorschläge waren an keinem Verhandlungstisch vermittelbar und lösten nur Kopfschütteln aus.

Mit ihren linken Ideologien machten die Athener jede positive Grundlage zunichte. Darüber hinaus wurde die eigene Bevölkerung unsicher. Unternehmer, die bereit waren zu investieren wurden mit haltlosen Auflagen hingehalten. So wurden die notwendigen Modernisierungen und Reparaturen auf die lange Bank geschoben und dadurch weitere dringend notwendige Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt.

Neuordnungen gegen Geld

Die noch vor Monaten eingeleiteten Massnahmen durch die Troika bestehend aus EU - Kommission, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäische Zentralbank (EZB), wurden zur Gesundung der Wirtschaft nicht weitergeführt. Die Formel für die weiteren Verhandlungen heisst nunmehr, Neuordnungen gegen Geld. Brüssel wird weiter die Anstrengungen von Griechenland einfordern und die schwierigen Anpassungen betreiben. Dazu gehören den Reformstau auflösen und die weitere Heilung des Staatshaushalts durch vehemente Einsparungen.

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Inzwischen ist bei den gestressten europäischen Regierungschefs die Nüchternheit eingekehrt, denn ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone würde die wichtigsten Partner der EU nicht sonderlich schocken. Diesmal ist die EU solider auf die griechische Tragödie vorbereitet, als sie es in der Vergangenheit war.

Plan B könnte bald Wirklichkeit für Griechenland werden

Der lang geheim gehaltene Plan B könnte somit bald Wirklichkeit für Griechenland werden. Die derzeitige Regierung hat nach wie vor die Möglichkeit sich selbst nicht weiter unglaubwürdig zu machen, sie kann jederzeit zurücktreten, da sie nicht in der Konstellation ist, die vollmundigen Wahlversprechen einzulösen.

Den europäischen Finanzministern sollte klar sein, dass sie nur gegen harte Auflagen weiteres frisches Geld an Griechenland geben dürfen. Aus heutiger Sicht dürfte dies nicht das letzte Hilfspaket sein, das Brüssel schnüren wird, um Griechenland zu helfen. Sie werden über Hellas entscheiden, damit das Land am Fuss der Akropolis für die übrigen europäischen Steuerzahler nicht in einer Tragödie endet.Schon der römische Politiker und Redner Marcus Tullius Cicero 106-43 v. Chr., hatte erkannt «Graecum hominem et levem» - ein unzuverlässiger Grieche...

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