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Expertenrat
So hilft das Linkedin- und Xing-Profil beim Bewerben

Linkedin-App: Mit einem guten Profil kann man sich von der Masse abheben.Keystone

Unter Dutzenden von Bewerbungen hervorzustechen ist schwierig, wenn Lebenslauf und Anschreiben einem strengen Muster folgen müssen. Den Unterschied kann ein aussagekräftiges Profil im Netz machen.

Von Stefanie Kemmner («Business Insider Deutschland»)
am 04.01.2017

Es wird immer schwieriger, im Bewerbungsprozess unter vielen qualifizierten Bewerbungen hervorzustechen. Denn bei der üblichen Bewerbung ist das Format von Lebenslauf und Anschreiben in der Regel fest vorgeschrieben und lässt wenig Raum für Kreativität.

Doch wenn der potenzielle Arbeitgeber an Ihnen interessiert ist, dann wird er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Profil auf LinkedIn oder Xing anschauen — und dort haben Sie die Chance, sich von der Masse abzuheben.

Auf hohle Schlagworte verzichten

Liz Ryan hat langjährige Erfahrung im Personalmanagement und erklärt in einem Gastbeitrag für das Wirtschaftsmagazin «Forbes», wie man das schaffen kann. Sie sagt, dass es wenig bringt, das Profil mit Schlagworten vollzustopfen, die auf den ersten Blick gut klingen.

Sie schreibt: «Wir neigen dazu, uns in Kategorien einzuteilen. In unseren Lebensläufen und Linkedin-Profilen sagen wir Dinge wie 'Ich bin ein HR-Experte mit einem Hintergrund in der Produktion und einem Fokus auf Vergütung und Leistungen.'»

Nicht unnötig einschränken

Doch mit einer solchen kurzen Beschreibung legen Sie sich auf einen Bereich - in diesem Fall die Produktion - fest. Dabei könnten Sie als Personalmanager auch in vielen anderen Bereichen arbeiten. Wenn Sie das nicht wollen, ist dieser Satz in Ordnung, falls Sie jedoch ein breiteres Spektrum an Arbeitgebern mit Ihrem Profil ansprechen wollen, hat Ryan einen besseren Vorschlag:

«Ich bin ein Personaler, der dafür sorgen möchte, dass sein Arbeitgeber der beste Ort zum Arbeiten in der Region ist. Meine Mission ist es, grossartige Menschen einzustellen und eine Umgebung zu erschaffen, in welcher sie aufblühen können.»

Arbeitgeber mit derselben Wellenlänge

Damit legen Sie sich nicht auf einen Bereich fest und zeigen zusätzlich Menschlichkeit und Motivation.

Zwar könne man so nicht alle Arbeitgeber begeistern, sagt Ryan. Das müsse man aber auch gar nicht. Schliesslich suche man nach einem Arbeitgeber, der sich auf derselben Wellenlänge befindet. Und wenn sich ein Unternehmen von der Beschreibung nicht angesprochen fühlt, dann passt man sehr wahrscheinlich auch nicht sehr gut zusammen.

Nicht von den «einzigartigen Fähigkeiten» schwärmen

Aber ein Unternehmen, das an Ihnen interessiert ist, wird Sie nach einer solchen Beschreibung sicher kennenlernen wollen und auch den Rest des Profils lesen. Und darauf muss man vorbereitet sein. Die weitere Beschreibung sollte zeigen, was man kann, ohne dabei von den «einzigartigen Fähigkeiten» zu schwärmen.

Wie Ryan erklärt, geht das zum Beispiel so:

«Ich kam zum Personalmanagement, nachdem ich einen Sommer lang in einem Café gearbeitet habe. Der Eigentümer des Cafés sorgte für eine so freundliche und offene Arbeitsatmosphäre für Mitarbeiter und Gäste, dass immer eine lange Schlange vor der Tür stand.

Meine Mission im Personalwesen ist es, egal wo ich arbeite, dieselbe warme und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Ich konzentriere mich auf Vergütung und Leistungen, zwei entscheidende Bereiche, in welchen sich Angestellte von ihrem Arbeitgeber unterstützt fühlen können — oder im schlimmsten Fall, allein gelassen und übersehen.

Mein Job ist es, meinen Arbeitgeber zum besten Arbeitsplatz in der Region zu machen, indem ich Vergütungsprogramme gestalte, die talentierte und begeisterungsfähige Menschen anlocken und behalten.»

So haben Sie beschrieben, was Sie können und dabei eine persönliche und menschliche Geschichte erzählt, die Ihren Ehrgeiz und Ihre Motivation zeigt — und das ganz ohne langweilige Formulierungen, die jeden Arbeitgeber zum Gähnen bringt.

Dieser Text erschien zuerst bei «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «Ihr solltet euer Profil bei Xing und LinkedIn ganz anders formulieren, sagt eine Karriereexpertin».

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