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Ratgeber
In zehn Schritten zum erfolgreichen MBA

Aktienanalyst Benjamin Schmitt (29): Setzt auf einen MBA.

Wie man den richtigen berufsbegleitenden Master of Business Administration (MBA) findet.

Von Helga Wienröder
am 26.02.2014

Was vor zwei Jahrzehnten noch wie ein elitärer Titel daherkam, den sich nur gut verdienende Führungskräfte leisten konnten, ist inzwischen eine Angebotsflut geworden. Da braucht es ein Konzept, einen roten Faden, um weder Zeit noch Geld zu vergeuden. Nachstehend die zehn wichtigsten Schritte zum richtigen berufsbegleitenden Master of Business Administration (MBA).

  1. Was ist ein MBA und wie unterscheiden sich die Programme?
    Obwohl sich die einzelnen MBA-Angebote immer noch sehr stark voneinander unterscheiden, gilt der Master of Business Administration als erster international respektierter Titel, der nach seiner Erfindung vor mehr als 100 Jahren in den USA weltweit Furore machte. Um die Antwort auf die Frage, ob diese Wirtschaftsweiterbildung mit den Schwerpunkten Managementstrategien, Marketing, Personalwesen, Finanzen und Rechnungswesen wie auch IT-Management wirklich auf die eigene Persönlichkeit und ihre Ziele passt, kommt niemand herum. Diese Standortbestimmung ist absolut wichtig, denn nicht jeder hat eine akademische Ausbildung oder strebt eine Führungs- und Managementfunktion an.
  2. Obwohl Sie sich persönlich um einen MBA bewerben wollen, stellt sich die Zusatzfrage: Was bietet ein MBA meinem Unternehmen?
    Vielleicht sehen Sie das Studium vor allem als Karriereschritt, vielleicht aber unterstützt Ihr aktuelles Unternehmen Sie finanziell oder auch mit Teilzeitarbeitsmöglichkeiten während des Studiums? Schaffen Sie Klarheit darüber.
  3. Gibt es noch andere Wege, die zu ­einem Karrieresprung verhelfen? Muss es in einem relativ frühen Stadium wirklich ein MBA sein?
    Heute gibt es eine Fülle an Seminaren, die ebenfalls Karriere­beschleuniger sein können. Auch diese sollte man sorgfältig auswählen, damit man sich nicht verzettelt. Darüber hinaus gibt es ein grosses Angebot der Personalabteilung der eigenen Unternehmen oder von Wirtschaftsverbänden und Fernuniversitäten. Der MBA indes ist ein dauerhaftes Gütezeichen. Aber es macht einen Unterschied, ob man irgendeine Schule irgendwo besucht oder eine renommierte Business School absolviert hat.
  4. Wer sind meine potenziellen Mitstudenten?
    Sehr oft sind es Ingenieure oder technisch Vorgebildete, die irgendwann in ihrem Unternehmen an den Punkt kommen, an dem sie sich eingestehen müssen, dass ihnen Strategien, Marketingwissen und Finanzierungsfragen fehlen. Aber es gibt auch gestandene Akademiker mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund. Die meisten Studenten sind zwischen 25 und 35 Jahre alt.
  5. Wie finanziere ich mein Studium?
    Gute Frage. Man darf nicht vergessen, dass die Kosten für einen MBA-Titel, der wirklich sitzt und lokal, europaweit sowie vielleicht auch weltweit anerkannt ist, ab 50 000 bis über 100 000 Franken ausmachen können – je nach Wahl eines Vollzeit- oder Teilzeitangebots (EMBA); Lebenskosten und eventueller Lohnausfall nicht mitgerechnet. Manche Studenten wählen eine Mischfinanzierung wie eigene Rücklagen für Weiterbildung, Unterstützung wenn möglich von Eltern und Verwandten und Darlehen – oder hoffen, dass ihnen mit Stipendien weitergeholfen wird.
  6. Vollzeit-MBA oder Teilzeit-MBA? ­
    Einen Vollzeit-MBA streben vor allem die Menschen an, die sich aus privaten oder beruflichen Gründen tatsächlich eine längere Auszeit leisten können. Denn Studium, Familie und Beruf parallel geht meistens nicht gut. Daher geht der Trend zu berufsbegleitenden Angeboten, sprich Executive MBA. Der Vorteil: Man muss den Job nicht verlassen und – ein weiterer Vorteil – man kann das Gelernte gleich anwenden.
  7. Wie wählt man die richtige Business School aus?
    Zunächst einmal prüfen, ob es die Schweiz sein sollte – ideal bei Teilzeit-MBA, die man mit der Familie unter einen Hut bringen kann – oder das Ausland. Auf jeden Fall: Es sollte eine Top-­Adresse sein, die aber ihren Preis hat. Der nächste Schritt ist, sich zu vergewissern, ob und wo die Schule akkreditiert ist. ­Akkreditierungsstandards sind die anerkannten internationalen Gütesiegel wie EQUIS, FIBAA, AMBA oder AACSB. Nicht vergessen, dass die Fakultät ein wichtiges Kriterium ist. Das heisst, sie sollte einen ­guten Mix bieten aus hervorragenden Theoretikern, die bekanntes wissenschaftliches Material veröffentlicht haben, wie auch aus Praktikern. Man muss sich zudem fragen, ob namhafte Gastdozenten das Programm lebendiger gestalten. Und sich vergewissern, dass diese Lehrer nicht schon im AHV-Alter sind und gerne mal wieder reisen, sondern tatsächlich noch aktiv sind. Informieren Sie sich über die Aktivitäten der Alumni-Organisation.
  8. Habe ich wirklich genug Zeit, Geld und Energie für diesen Aufwand?
    Neben dem finanziellen Aspekt muss man sich die Frage beantworten, ob man die nötige Kondition, Gesundheit und Bereitschaft hat, dafür hart zu arbeiten und manche Freizeitfreuden eine Weile zu vernachläs­sigen. Wie bringt man das Ganze mit der Familie, Bekannten, sportlicher Betätigung und anderen Hobbys unter einen Hut?
  9. Bewerbungsverfahren und Zulassungsvoraussetzungen:
    Nachdem alle Informationen rund um den berufsbegleitenden MBA gesammelt wurden und der Entscheid für «die» richtige Schule gefallen ist, beginnt die Bewerbungsphase. Und die ist je nach Business School verschieden. Wichtig: Prüfen Sie bereits im Vorfeld, ob Sie alle Voraussetzungen für Ihren MBA erfüllen. Weiterhin sollten Ihnen sämtliche Dokumente und eventuell benötigte Testergebnisse bereits vor Beginn der Bewerbungsphase vorliegen. Tipp: Verlieren Sie die Nerven nicht, denn der Bewerbungsprozess kann mehrere Monate dauern. Die begehrten MBA-­Plätze werden von den Schulen so vergeben: «First qualified, first served.» Daher ist es stets sinnvoll, sich bei mehreren Top-Adressen zu bewerben.
  10. Zu guter Letzt:
    Besuchen Sie wenn möglich die Schule und auch mal eine Vorlesung. Denn Websites und Prospekte verraten nur die Glamourseite. Diverse Business Schools geben den Interessenten die Möglichkeit zu Kontakten an MBA-Messen und Informationsveranstaltungen oder lassen Kandidaten sogar an einem Seminar teilnehmen.

Tipps: Persönliche Standortbestimmung zentral

Ausgangslage

Was passiert eigentlich, wenn man spürt, dass man seiner Karriere eine Wendung geben sollte? Die Stelle kündigen, ins Ausland gehen oder vielleicht einen berufsbegleitenden Master of Business Administration (MBA) erwerben? Petra Joerg, Managing Director der Rochester-Bern Executive Programs (unter anderem Rochester-Bern Executive MBA) an der Universität Bern, rät: «Man sollte für sich persönlich herausfinden, in welche Richtung man sich weiterbilden will. Das kann ein MBA-Titel in General ­Management sein mit einer Vertiefung, zum Beispiel Fokus Finanzen. Man sollte sich klar darüber werden, wie umfassend oder international das Programm sein sollte. Diese Erfahrung hängt stark von eigenen Erfahrungen und dem Aus­bildungshintergrund ab, aber auch vom Unternehmen, in dem man ­arbeitet, und den Karrierezielen.»

Nächste Schritte

Hat man sich einmal für einen berufsbegleitenden MBA-Kurs entschieden, dann ist es laut ­Joerg essenziell, dass «man sich eine Liste von Kriterien aufstellt, die für das Weiterbildungsprogramm wichtig sind». Zudem schlägt sie vor: «Gut ist, sich mit Freunden und Bekannten auszutauschen, die kürzlich eine Management-Weiterbildung gemacht haben.»

Informationsquelle

Gemäss Joerg ist es zwar sinnvoll, im Internet nach geeigneten MBA-Angeboten zu suchen, «aber nur, wenn man Programme mit dem richtigen Stichwort und Fokus auswählt». Sie ergänzt: «Man darf aber nicht vor der Masse angebotener Programme erschrecken.» Ebenfalls informativ kann der Besuch von speziellen MBA-Messen sein, wie sie hierzulande regelmässig von Quacquarelli Symonds (QS) durchgeführt werden.

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