Die Credit Suisse hat ihre lang erwartete Klage in Höhe von 440 Millionen Dollar gegen die japanische Investmentgruppe Softbank wegen der Greensill-Fonds formell eingereicht. Die Klageschrift ging laut Bloomberg Anfang des Monats bei einem Gericht in London ein. Dieses hatte der CS Ende 2022 erlaubt, als Privatklägerin aufzutreten.

Bei der Klage geht es um Ansprüche, die Greensill gegenüber dem US-Bauunternehmen Katerra geltend macht. Softbank ist einer der Hauptinvestoren des Bauunternehmens, das inzwischen seine Bilanz deponiert hat.

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Greensill-Affäre einer von vielen CS-Skandalen

Für die Credit Suisse war der öffentlichkeitswirksame Zusammenbruch des Supply-Chain-Geschäfts des in Ungnade gefallenen Finanziers Lex Greensill einer von mehreren grossen Skandalen, die das Vertrauen in den Kreditgeber erschütterten und schliesslich nun in der Übernahme durch die UBS führten. Nur wenige Tage bevor die Schweizer Regierung den UBS-CS-Deal veranlasste, erklärte die Aufsichtsbehörde Finma, dass die CS ihre Anforderungen an das Risikomanagement «ernsthaft verletzt» hatte.

Die Implosion von Greensill Capital im März 2021 führte dazu, dass die Credit Suisse Fonds im Wert von 10 Milliarden Dollar einfrieren und abwickeln musste, die die Schweizer Bank ihrer Kundschaft als sichere Anlagen angepriesen hatte. Die Bank gab an, dass etwa 6,8 Milliarden Dollar der Fonds seither an die Anleger zurückgegeben wurden.

Softbank wehrt sich «energisch» gegen Klage

Die Londoner Klage wird sich mit der Art und Weise befassen, in der Greensill seine Beziehungen zu Katerra umstrukturiert hat. Die CS wirft der Softbank vor, die Umstrukturierung ausgeheckt zu haben, um ihr eigenes Geld abziehen zu können – wohl wissend, dass Greensill nicht in der Lage sein würde, die 440 Millionen Dollar zurückzuzahlen, die es der Credit Suisse schuldete.

Softbank kündigte gegenüber Bloomberg an, sich «energisch» gegen die Klage zu wehren. «Nach mehr als zwei Jahren, in denen die Credit Suisse versucht hat, die Schuld für ihre eigenen schlechten Investitionsentscheidungen abzuschieben, hat sie nun endlich eine Klage eingereicht, die jedoch, wie erwartet, völlig unbegründet ist», so ein Softbank-Sprecher in einer Erklärung.

Die CS und die Softbank haben sich im Vorfeld der Klageeinreichung bereits eine Reihe von juristischen Scharmützeln in den USA und Grossbritannien geliefert.

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