Im Rolls Building in der Londoner City gehts nächsten Montag zur Sache. Vor dem höchsten Handelsgericht Grossbritanniens streiten CS- und UBS-Anwälte gegen Mosambik. Es steht für die Schweizer Banker viel auf dem Spiel. Verlieren sie den Prozess, muss die CS respektive ihre neue Eigentümerin – also die UBS – dem afrikanischen Staat Kreditschulden in der Höhe von 620 Millionen erlassen. Dazu droht der Bank eine Busse von mehreren hundert Millionen, im schlimmsten Fall also könnte der CS-Besitzerin UBS ein Schaden von einer Milliarde Dollar erwachsen; abgesehen vom enormen Reputationsschaden, denn seit Monaten hagelt es weltweit kritische Schlagzeilen zu den Geschäftspraktiken der Schweizer Banker. Der Fall der Tuna-Flotte in Mosambik ist neben Archegos und Greensill eine der zentralen Pleiten, die das Risikomanagement der Grossbank Credit Suisse als untauglich entlarvten.

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UBS-Strategie: Weg vom Tisch

Ob der Prozess am Montag aber überhaupt startet, ist offen. Denn die UBS, neue Besitzerin der fallierten CS, ist wenig erpicht auf einen Schauprozess in London. Die Anwälte streben offenbar in letzter Sekunde einen aussergerichtlichen Vergleich an. Das würde der Strategie der UBS-Chefs entsprechen: Man will Altlasten möglichst schnell vom Tisch haben und sich um die Integration der CS in die UBS kümmern.

Stefan Barmettler HZ
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