Gut ein Jahr nach der Ankündigung der Fusion im März 2023 wurden jüngst die beiden Fondsgesellschaften UBS Fund Management (Switzerland) AG und Credit Suisse Funds AG fusioniert. In diesem Zusammenhang musste die UBS der Schweizer Börse SIX gemäss den Börsenvorgaben alle Beteiligungen mit einem Anteil von mindestens 3 Prozent neu vermelden. Und die Zahlen haben es in sich: Bei weit über 100 SPI-Gesellschaften hält die Grossbank einen Aktienanteil von mehr als 3 Prozent, bei fast 30 ist sie gar die grösste Einzelaktionärin.

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Bei über der Hälfte der Firmen am SMI investiert

Gemäss einer Auswertung der Nachrichtenagentur AWP basierend auf Daten der SIX-Börsenaufsicht SER (Stand 20. Mai) hielt die neue UBS Fund Management bei sage und schreibe 119 der 221 an der SIX hauptkotierten Firmen Stimmenanteile von 3 Prozent oder mehr. 

Die Rede ist denn auch von einem eigentlichen Fondsriesen auf dem Schweizer Finanzplatz. Dieser steht damit in Bezug auf die Anzahl Beteiligungen mit Abstand an der Spitze vor dem US-Vermögensverwalter Blackrock, der zum genannten Stichtag an immerhin 46 an der SIX kotierten Firmen Beteiligungen von 3 Prozent oder mehr hielt.

Grössere Player in diesem Zusammenhang sind auch die ZKB-Fondstochter Swisscanto (17 Firmen), der US-Vermögensverwalter Capital Group (14), Safra Sarasin Investmentfonds (13) oder die norwegische Zentralbank Norges (8). Auch Einzelaktionäre wie die bekannten Investoren Rudolf Maag (7), Michael Pieper (5) oder Peter Spuhler (5) reden ein gewichtiges Wort mit an der Schweizer Börse.

Die neue Super-Fondsgesellschaft der UBS ist aber nicht nur eine wichtige Aktionärin bei sehr vielen SIX-kotierten Unternehmen, sondern recht oft auch die grösste Aktionärin überhaupt. Vor allem dort, wo die alte UBS und die frühere CS allein schon grössere Beteiligungen hielten, besitzt die neue Gesellschaft nun zum Teil Anteile im deutlich zweistelligen Prozentbereich.

Starke Positionen im Immobilienmarkt

Insgesamt ist die UBS-Fondstochter bei 28 Gesellschaften die Aktionärin Nummer eins und hält bei 14 Firmen einen Anteil von mehr als 10 Prozent. Sehr hohe Anteile hat sie etwa am Technologiekonzern Ascom (18,6 Prozent) und am Nahrungsmittelhersteller Orior (18,2 Prozent), zumindest markant sind die Positionen auch bei den beiden Immobiliengesellschaften PSP (14,9 Prozent) und Allreal (+14,1 Prozent) sowie bei der Konsumkreditbank Cembra (14,0 Prozent). Im Durchschnitt beträgt die Beteiligung gut 6 Prozent.

UBS Fund Management hält aber nicht nur Positionen bei kleineren oder mittleren Firmen, sondern ist auch an SMI-Firmen im grösseren Stil beteiligt. Bei 18 der 20 SMI-Firmen hält sie Anteile zwischen 7,3 Prozent (Swiss Life) und 3,2 Prozent (Kühne+Nagel), einzig beim Schmuckkonzern Richemont und beim Pharmakonzern Roche hat sie keine Beteiligung über 3 Prozent gemeldet.

Auch am eigenen Unternehmen beteiligt

Etwas speziell ist dabei, dass die UBS-Fondstochter auch an ihrer Muttergesellschaft - also der Grossbank UBS - 5,3 Prozent hält und damit hinter der Grossbank selber zweitgrösste Aktionärin ist. Dass die Fondstochter mehr als 3 Prozent an der eigenen Mutter hält gab es laut Händlern so noch nie.

Die Beteiligung habe denn auch für Gesprächsstoff gesorgt, weil es gerade bei den hiesigen Banken als verpönt gelte, die Kundenportefeuilles mit Aktien des eigenen Unternehmens zu «beladen», schrieb jüngst die Onlinerubrik «Cash Insider» dazu. Der grösste Teil der Titelpositionen dürfte allerdings auf indexnahe Fonds entfallen.

Die vielen und zum Teil sehr hohen Positionen der UBS-Fondstochter an Schweizer Unternehmen geben aber auch in Bezug auf die Mitwirkungsrechte bei Generalversammlungen zu reden. So waren beispielsweise an der GV von Ascom Mitte April 65,7 Prozent des Aktienkapitals vertreten, womit der UBS mit ihrem Stimmenanteil von 18,6 Prozent bei umstrittenen Anträgen ein sehr hohes Gewicht zukam. (awp/hzb/pg)

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