Ausbilden lohnt sich: Pro Lehrstelle und Jahr haben Lehrbetriebe einen finanziellen Nutzen von über 3000 Franken. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Ausbildung variiert allerdings je nach Region und Beruf stark.

Das zeigt die jüngste Kosten-Nutzen-Erhebung des Schweizerischen Observatoriums für die Berufsbildung (OBS EHB). Veröffentlicht wurde sie am Dienstag, in Auftrag gegeben hat sie das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).

Zwei von drei Betrieben profitieren

Errechnet wurden zudem der Nettonutzen pro Lehrverhältnis. Die zweijährigen Attest-Ausbildungen (EBA) und dreijährigen Berufslehren mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) bringen im Mittel dem Betrieb über 10'000 Franken ein. Bei den vierjährigen EFZ-Lehren liegt der durchschnittliche Nettonutzen bei mehr als 8000 Franken.

Die Bruttokosten pro Lehrverhältnis - auf alle Lehrverträge gerechnet - belaufen sich laut dem Bericht auf 28'070 Franken im Jahr. Gemeint sind die Löhne der Lernenden sowie Rekrutierungs- und Personalkosten. Auch Ausrüstung und Material kosten Geld.

Zwei Drittel der Firmen profitieren

Umgekehrt profitieren die Betriebe von der Arbeitskraft der Lernenden - ob diese nun qualifizierte oder unqualifizierte Arbeiten verrichten. Über alles gerechnet wurde ein Wert bei 31'240 Franken im Jahr errechnet. Knapp zwei von drei Betrieben hatten einen Nettonutzen von ihren Lernenden. Den übrigen verblieben Nettokosten.

Die Kosten-Nutzen-Verhältnisse variieren stark nach Beruf. Den grössten Nettonutzen bei den dreijährigen EFZ-Ausbildungen weist der Malerberuf auf; bei den vierjährigen EFZ-Lehren sind es die Elektroinstallateure. Auf der negativen Seite der Liste finden sich Hotelfachleute respektive Informatiker.

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Regionale Unterschiede

Auch von Region zu Region finden sich deutliche Unterschiede. In der Ostschweiz, in der Genferseeregion oder im Mittelland ist der Nettonutzen der Lernenden für die Betriebe gemäss der Erhebung grösser als in Zürich oder im Tessin.

In Zürich sind die Bruttokosten - wegen der höheren Saläre - der Grund. Im Tessin übernehmen die Lernenden laut der Erhebung die Lernenden vermehrt unqualifizierte Arbeiten, und diese Hilfskräfte sind im Südkanton schlechter bezahlt als im Rest der Schweiz. Deshalb hat die produktive Arbeit der Lernenden einen tieferen Wert.

Zwei Drittel der Betriebe gaben an, dass die Bildungsverordnungen und Bildungspläne für ihre Lernenden den Anforderungen insgesamt gut entsprächen. 83 Prozent der vorgeschriebenen Inhalte seien für den eigenen Betrieb relevant. Nur 12 Prozent der Betriebe vermitteln zusätzliche Inhalte, die im Bildungsplan nicht enthalten sind.

(sda/mbü)