Nach zwei Jahren als Ruag-Chef wechselt Lukas Braunschweiler zur Sonova (Aktienkurs). Dies teilte die der Flugtechnik- und Rüstungskonzern am Montag mit. Braunschweiler verlasse das Unternehmen per Ende Oktober.

Die Suche nach einem Nachfolger an der Ruag-Konzernspitze laufe. Bis dieser gefunden sei, werde Verwaltungsratspräsident Konrad Peter die Funktion des geschäftsführenden Präsidenten übernehmen, heisst es in der Ruag-Mitteilung weiter.

Der 55-jährige Braunschweiler arbeitete vor seiner Tätigkeit bei der Ruag während sieben Jahren als Konzernchef des US-amerikanischen Hightech-Unternehmens Dionex.

Mit Braunschweiler habe Sonova eine sehr erfahrene Führungskraft gewonnen, die einen eindrücklichen Leistungsausweis bei der erfolgreichen Weiterentwicklung von börsenkotierten Unternehmen habe, teilte Sonova mit. Braunschweiler kenne die Hightech-Branche gut und passe unter anderem wegen seiner Technologieaffinität gut zur Kultur von Sonova.

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Köpferollen wegen vermuteter Insider-Geschäften

Bei Sonova leitet seit dem Rücktritt des Geschäftsführers Valentin Chapero derzeit Alexander Zschokke interimistisch die Geschäfte. Der Rücktritt Chaperos als Sonova-Chef war die Folge der undurchsichtigen Affäre um Aktienverkäufe des Top-Managements des Zürcher Unternehmens im Frühjahr.

Sonova hatte am 16. März angekündigt, dass der Gewinn im Geschäftsjahr 2010/11 wegen des Rückrufs eines Hörimplantats tiefer ausfallen werde als bis dahin erwartet. In den Tagen vor dieser Gewinnwarnung hatten Mitglieder des Managements an der Börse Aktien und Optionen im Wert von über 47 Millionen Franken verkauft.

Nach wie vor ist nicht klar, inwiefern Sonova-Topleute bei ihren Aktienverkäufen von den tieferen Gewinnzahlen wussten, die das Unternehmen Mitte März in Aussicht stellte. Börsengeschäfte im Wissen um bestimmte Unternehmensentwicklungen sind ein Strafbestand.

Als Folge des Wirbels um die möglichen Delikte war Ende März neben dem damaligen Chef Chapero auch der Finanzchef Oliver Walker zurückgetreten. Firmen-Mitbegründer Andy Rihs trat als Präsident des Verwaltungsrates zurück, ist aber nach wie vor Mitglied des Aufsichtsgremiums.

(cms/sda)