Löhne in verschiedenen Ländern zu vergleichen ist ein heikles Unterfangen. Zu unterschiedlich sind Bedingungen wie Arbeitszeit und Ferien, als dass das reine Gehalt eines Arbeiters einer Autofabrik in Deutschland direkt jenem in China oder den USA gegenübergestellt werden könnte. 

Bei einem Unternehmen wie McDonalds, das rund um den Globus fast 40'000 Fast-Food-Restaurants betreibt, ist das schon einfacher. Die Tätigkeit eines Mitarbeiters in der Hamburger-Ausgabe oder -Zubereitung ist überall gleich – egal ob in Zürich, Tokio, Rio oder Kapstadt.

Denn bei McDonalds sind nicht nur Pommes und Hamburger weltweit genormt, auch die Arbeit ist standardisiert. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlöhnt der Fast-Food-Konzern je nach Land dennoch anders. 

Schweiz an der Spitze

In der Schweiz verdienen ungelernte Mitarbeitende mindestens 3'400 Franken im Monat. Das entspricht einem Stundenlohn von 20 Franken. Zwar gibt es hierzulande keinen Mindestlohn – ausser in den Kantonen Jura und Neuenburg mit jeweils 20 Franken. Doch ist McDonald's an den GAV für das Gastgewerbe gebunden: Der niedrigste Lohn für Mitarbeiter ohne Berufslehre liegt bei 3'417 Franken im Monat. 

Etwa halb so viel verdient ein McDonald's-Angestellter in Deutschland. Auf Anfrage heisst es, das Unternehmen zahle einen Stundenlohn von 9,84 Euro. Gemäss Tarifvertrag ist das die unterste Lohnstufe für die deutsche Gastronomie. Bis vor Kurzem zahlte McDonalds im Nachbarland sogar nur den gesetzlichen Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde.

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Auch in Frankreich zahlt der Hamburger-Riese minimal über dem landesweiten Mindestlohn von 10,03 Euro in der Stunde oder 1'522 Euro im Monat. Laut dem Job-Portal «Glassdoor» beträgt der Stundenlohn eines französischen «Crew Member» bei McDonald's 10,06 Euro. 

Niedriglohn in Grossbritannien

Noch niedriger bezahlt die Fast-Food-Kette ihre Mitarbeiter in Grossbritannien, nämlich umgerechnet zwischen 8 und 9 Franken in der Stunde (laut Daten von Glassdoor). Dabei liegt der gesetzliche Mindestlohn schon bei rund 10 Franken – zumindest ab 25 Jahren. Jüngere Arbeitskräfte verdienen etwas weniger.

Ähnlich gut gestellt wie hierzulande sind die McDonald's-Angestellten in Dänemark. Laut Glassdoor bekommt ein «Crew Member» dort umgerechnet zwischen 19 und 20 Franken. Obwohl es in dem nordischen Land keinen offiziellen Mindestlohn gibt, haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber des Landes informell auf mindestens 15 Franken geeinigt. Damit ist das US-Unternehmen deutlich grosszügiger.

Big Mac Index
Quelle: Statista

CEO verdient das 2000-Fache

Deutlich über dem nationalen Mindestlohn bezahlt McDonald's sein Mitarbeiter im Heimatland des Burgers. Laut der Karriere-Plattform Indeed verdient ein «Crew Member» in den USA durchschnittlich 10,49 Dollar in der Stunde – umgerechnet knapp 10 Franken. Der landesweite Mindestlohn liegt bei 7,25 Dollar – je nach Bundesstaat kann dieser jedoch bis zu 14 Dollar betragen.

Im Vergleich: Der frühere McDonald's-Chef Steve Easterbrook verdiente 2019 fast das 2000-Fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters: 18 Millionen Dollar. 

Wie viele Big Macs können sich Mc-Donald's-Angestellte leisten? Der berühmte Standard-Hamburger gilt als Indikator für die Kaufkraft verschiedener Währungen. Legt man also die Löhne der McDonald's-Angestellten auf die Preise für einen Big Mac an, erhält man ein Indiz für die realen Entlöhnungsunterschiede zwischen den Ländern: Wieviel Hamburger kriegt man pro Arbeitsstunde? 

Unsere Aufstellung zeigt: In den USA und Grossbritannien muss ein einfacher Mitarbeiter mehr als eine halbe Stunde für einen Big Mac arbeiten, in der Schweiz sind es knapp 20 Minuten. Und unterm Strich noch wohlhabender sind die Gastronomie-Crews in Dänemark. Wenigstens nach dem McStandard.

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