Es war ein grossartiges Jahr an der Wall Street für Investmentbanker, die am Kauf und Verkauf von Pharmaunternehmen beteiligt waren. Nicht so sehr dagegen für Händler von notleidenden Anleihen und strukturierten Hypothekenpapieren.

Auf die üppigsten Vergütungsaufschläge dürfen sich Banker im Bereich Health-Care freuen, wie aus einem Bericht von Options Group Inc. hervorgeht. Sie können wahrscheinlich mit einem Plus von durchschnittlich 20 Prozent rechnen. Weitere Gewinner sind demnach auch Banker in den Bereichen Telekommunikation, Medien und Technologie, sowie Händler von Zinsoptionen und Aktienderivaten. Ihr Einkommensplus dürfte bei 15 Prozent liegen.

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Der Bericht von Options Group versucht die grössten Veränderungen bei den Vergütungen gegenüber dem Vorjahr vorauszusagen. Händler von notleidenden Anleihen und strukturierten Festzins-Hypothekenpapieren müssen sich indes auf einen Rückgang ihrer Bezahlung um 25 Prozent einstellen.

7 Prozent mehr für Aktienhändler

Eine Welle von Übernahmen in den Bereichen Pharma und Technologie hat das gesamte Transaktionsvolumen in diesem Jahr auf über 3,1 Billionen Dollar getrieben, und der bisherige Rekord aus dem Jahr 2007 könnte sogar noch gebrochen werden. Aktienhändler können sich wohl auf einen Vergütungsanstieg von sieben Prozent einstellen. Doch für die Händler im Bereich Festverzinsliche sind die Aussichten gemischt: Wer Unternehmensanleihen und Rohstoffe handelt, dem droht ein zweistelliger Rückgang bei der Bezahlung. Für Zins- und Devisenhändler könnte es hingegen fünf Prozent nach oben gehen.

«In den Bereichen Health-Care und Medien war es ein ziemlich aktives Jahr und daher wird die Bezahlung im Investmentbanking in diesen beiden Bereichen natürlich höher sein», sagte Michael Karp, Chef der Personalberatung Options Group, in einem Telefoninterview mit Bloomberg. «Im Aktienbereich werden Aktienderivate-Händler die Star-Performer sein, da es immer einen Kampf um Talente gibt, weil das Reservoir an Talenten begrenzt ist - und die besten Händler oft zur Buy-Side wechseln», etwa zu Vermögensverwaltern.

Auch Programmierer können sich freuen

Auf einen Einkommensanstieg von 15 Prozent freuen können sich auch Programmierer im elektronischen Handel.

Options Group zufolge müssen Händler von Hochzinsanleihen, Rohöl und Krediten sich auf Vergütungsrückgänge von 20 Prozent einstellen. Bei 15 Prozent dürfte das Minus bei bestimmten Hypothekenwertpapieren und strukturierten Verbriefungen liegen.

Wofür den Zuwachs eintauschen?

Die Prognosen von Options Group basieren auf öffentlichen und eigenen Daten über die Erträge der ersten neun Monate und den Bonuserwartungen aus einer Umfrage unter rund 3000 Wall-Street-Bankern. Die New Yorker Gesellschaft führt die Umfrage bereits seit mehr als zehn Jahren durch.

Auf die Frage, welche Veränderung der Finanzbranche am meisten dienen würde, lautete die häufigste Antwort quer durch alle Abteilungen und Ränge: niedrigere Kapitalanforderungen für die Marktmacherfunktion. Andere häufige Antworten waren: steigende Zinsen und eine verstärkte Kontrolle der Schattenbanken, einschliesslich Hedgefonds und Internet- Kreditgeber.

Options Group stellte auch ein hypothetische Frage: Für was würden Sie eine Einkommenserhöhung von 20 Prozent eintauschen? Unter den Karriereanfängern im Bondhandel und Investmentbanking sagte rund ein Drittel, sie würden sich für eine bessere Work- Life Balance entscheiden, also ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben. Die meisten Befragten im Range eines Vice Presidents oder Managing Directors wollten hingegen nur das Geld.

(bloomberg/ccr)