Computer-Fertigkeiten werden auf dem Arbeitsmarkt weniger nachgefragt als angenommen. Das ist das Resultat einer bisher unveröffentlichten Studie des Wirtschaftsprofessors George Sheldon von der Universität Basel, die der «NZZ am Sonntag» vorliegt.

Sheldon hat zusammen mit der Thalwiler Analysefirma X28 sämtliche in der Schweiz im Internet erschienenen Jobinserate von 2012 bis 2019 ausgewertet – insgesamt fast 5 Millionen. In Auftrag gegeben hat die Studie die Fondation CH2048, die sich für eine global wettbewerbsfähige Schweiz einsetzt.

ICT-Kenntnisse 2019 weniger oft verlangt als 2012

Die Ergebnisse überraschen, denn sie stehen der landläufigen Meinung diametral entgegen: dass Computerspezialisten in der Schweiz notorisch knapp seien. Zwar hat die Zahl der online ausgeschriebenen Stellen seit 2012 jedes Jahr stark zugenommen. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil Stellenangebote, die von den Kandidaten ICT-Kenntnisse verlangten, aber von 36 auf 26 Prozent gesunken.

Auch die Ausschreibungsdauer der Inserate deutet nicht darauf hin, dass ein besonderer Mangel an Computer-Cracks herrscht. Die Studie geht davon aus: Je länger die Stellen online ausgeschrieben sind, desto schwieriger sind sie zu besetzen. Das Resultat: «Es ist kaum ein Unterschied von Stelleninseraten mit und ohne ICT-Anforderungen festzustellen», berichtet die «NZZ am Sonntag».

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Dies, so folgert Arbeitsmarktexperte Sheldon, deute auf eine nachlassende Nachfrage nach ICT-Spezialisten in der Schweiz hin.

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(gku)