Der Erfolg des Weltwirtschaftsforums in Davos (WEF) ist ungebrochen. Staatschefs und Nobelpreisträger geben sich auch dieses Jahr wieder die Klinke in die Hand. Die 2500 Besucher stellen einen neuen Rekord dar.

Das WEF sei einer wenigen Orte, wo sich die Mächtigen dieser Welt treffen könnten, ohne Druck konkrete Resultate liefern zu müssen, erklärt Stéphane Garelli, ehemaliger WEF-Leiter und heutiger Professor an der IMD Business School in Lausanne. In Davos würden keine Entscheidungen gefällt, aber sie würden dort vorbereitet.

Wichtige Meilensteine

In einem Blick zurück erinnert Garelli daran, dass das WEF einen wichtigen Beitrag leistete zur chinesischen Öffnungspolitik. In Davos habe das Reich der Mitte 1979 die Gelegenheit bekommen, sich der Weltbühne zu präsentieren.

Andere Meilensteine seien das Treffen Nelson Mandelas mit dem damaligen südafrikanischen Präsidenten Frederik de Klerk 1992 gewesen, das das Ende der Apartheid eingeläutet habe. Mandela war damals gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden.

Und nicht zuletzt nennt Garelli auch den historische Händedruck zwischen Jassir Arafat und Shimon Peres 1994 sowie die Teilnahme des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani im vergangenen Jahr, die die Rückkehr Irans auf das internationale diplomatische Parkett markiert habe.

Abgeschiedenheit als Trumpf

Am Anfang des WEF habe es viel Überzeugungsarbeit gebraucht, um die Mächtigen nach Davos zu bringen, in diesen kleinen Ort mitten in den Bergen. Inzwischen sei die Abgeschiedenheit jedoch zum Standortvorteil geworden.

Zum einen aus sicherheitstechnischen Gründen, weil es nur eine Zufahrtsstrasse gebe, die man überwachen müsse. Zum anderen weil Davos nicht so viele Ablenkungen biete wie zum Beispiel New York oder Paris. Die Teilnehmer können gar nicht viel anderes machen als miteinander zu diskutieren.

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Treffen für die Crème de la Crème

Die Exklusivität der Veranstaltung ist umstritten. Nur ausgewählte Gäste erhalten Zutritt. Und Unternehmen, die Mitglied der Stiftung sind, müssen 27'000 Franken bezahlen, um am jährlichen Treffen teilzunehmen.

WEF-Kritiker weisen immer wieder auf den mangelnden repräsentativen Charakter hin. Es sei ein Anlass für die Reichen um über die Ungleichheiten auf dieser Welt zu diskutieren.

Dass sich die Exklusivität auszahlt, davon ist Stéphane Garelli jedoch überzeugt. Sie garantiere den Teilnehmern eine aussergewöhnliche Gelegenheit ihr Netzwerk zu pflegen. Die Auswahl der Gäste werde jedes Jahr angepasst, und Persönlichkeiten, die sich aus ihrer Positionen zurückgezogen hätten, würden von der Liste gestrichen.

Das Teilnehmerfeld in Davos kann sich auch dieses Jahr wieder sehen lassen. Der französische Präsident François Hollande, der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi aber der buddhistische Mönch und Molekulrarbiologe Matthieu Ricard machen dem WEF ihre Aufwartung. Henry Makram, Co-Direktor des Human Brain Poject der ETH Lausanne ist ebenso dabei, wie mehr als 1500 Chefs grosser global agierender Unternehmen.

(sda/awp/ccr)