Herr Frei, Sie haben Amorana an Philippe Jacobs und dessen ­britische Sexspielzeug-Firma Lovehoney verkauft. Wie kam es dazu?
Wir hatten mit Amorana immer die Vision, Sextoys von der Nische in den Massenmarkt zu bringen. Wir wollten europäisch ­expandieren, wussten aber, dass wir das nicht im Alleingang können. Gemeinsam mit Lovehoney wird es möglich.

Wie kam der Kontakt mit Philippe Jacobs zustande?
Er hatte letztes Jahr an der Fachmesse Erofame einen Stand und präsentierte da sein Unternehmen. Dort haben wir uns kennengelernt.

Für welche Summe haben Sie und Ihr Mitgründer Lukas Speiser Amorana verkauft?
Wir haben mit dem Käufer vereinbart, die Summe nicht zu veröffentlichen.

Ungefähr?
Ich würde das ja gerne ­sagen, dann würde man sehen, was wir mit Amorana geleistet haben. So viel kann ich aber verraten: Es war für uns ein guter Deal.

Bestimmt sind Sie nun vermögend geworden. Was machen Sie als bekennender Minimalist überhaupt mit dem Geld?
Ich werde nun sogar noch minimalistischer leben können.

Wie bitte?
Ich werde meine Wohnung aufgeben und in ein Hotel ziehen. Ich will weder Schmuck noch einen Ferrari oder ein Haus. Mein Luxus ist die maximale Freiheit.

Nun aber werden Sie ja vom Unternehmer zum Angestellten.
Wir werden bei Amorana trotzdem weiterhin eine gewisse Autonomie haben und auf unserem eingeschlagenen Weg weitergehen können. Nur sollte jetzt alles noch schneller gehen und grösser werden.

Wieso bleiben Sie im Unternehmen?
Wir bleiben, weil wir Philippe Jacobs’ Vision teilen und gemeinsam mit Lovehoney ein grosser ­europäischer Player werden wollen, der vielleicht gar an die Börse gehen wird. Zudem behalten wir ja noch eine Minderheitsbeteiligung.

Wann wäre ein Börsengang denkbar?
Das ist noch unklar und hängt von mehreren Entscheidungsträgern ab.

Gibt es etwa mit Amorelie nicht schon genügend Konkurrenz auf dem Sextoy-Markt?
Im Gegenteil. In unserer Branche herrscht kein Verdrängungswettbewerb. Zwar sind da ein paar einzelne Player. International gesehen ist das Feld aber noch leer.

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