Jasmine Audemars ist Präsidentin der Luxusuhrenmarke Audemars Piguet. Sie gehört damit zu den wenigen Frauen an der Spitze eines Uhrenherstellers und noch dazu des allerletzten, der bis heute in Besitz der Gründerfamilien ist. Ihre Rolle, die sie selbst schon als die der «Hüterin des Tempels» beschrieben hat, spielt sie seit 1992. Hüten heisst für sie bewahren, nicht erstarren: Audemars Piguet (AP) geniesst uhrmacherisch höchsten Respekt und gilt neben ehrgeizig und traditionell auch als mutig, innovativ, der Zeit – und der Konkurrenz – voraus. Wirtschaftlich geht es der Marke, von der jede Uhr einige zehntausend Franken kostet, prächtig. Seit Anfang der 1990er Jahren hat sich der Umsatz auf über eine Milliarde Franken mehr als verzehnfacht, das Begehren nach AP-Zeitmessern ist inzwischen weltumspannend. Erfolg beflügelt, Audemars sichert die Bodenhaftung. Ihr Credo: Nie denken, man habe es geschafft, und sich für harte Zeiten wappnen. Die Covid-19-Krise hat auch AP Umsatz gekostet. Aber sonst? Audemars änderte weder die Strategie, noch stoppte sie grosse zukunftsgerichtete Investitionsvorhaben. Als die Corona-Welle anrollte, liess sie ihren CEO den 1350 Mitarbeitenden sofort versprechen, es werde weder Entlassungen noch Lohneinbussen geben. Die Belegschaft ist das Ein und Alles von Madame.

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