Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit 14 Jahren habe ich mittwochnachmittags im Kiosk in der Badi Glace und Getränke verkauft. Damit verdiente ich ungefähr zwölf Franken pro Stunde. Am Monatsende wurde der Lohn bar ausgezahlt.

Wofür haben Sie das Geld ausgegeben?
Ich hatte und habe ein kostspieliges Hobby, nämlich Springreiten. Meine Eltern erwarteten berechtigterweise von mir, dass ich mich beteilige. So lernte ich schnell, wie viel man für die Freude an diesem Hobby arbeiten muss. Klar, ich hätte mir damals nie ein eigenes Pferd leisten können. Aber um ein Gespür für die Kosten zu bekommen, war es wertvoll.

Wofür geben Sie heute Geld aus?
Wenn man genug Geld hat und nicht bei jeder Ausgabe scharf kalkulieren muss, kann man spontaner sein, essen gehen oder für ein Wochenende wegfahren. Das macht mir viel Spass. Geld macht das Leben nicht besser, aber sicher einfacher.

Wofür sparen Sie?
Für die Gründung von Carvolution lieh mir mein Vater grosszügigerweise Geld. Um dieses Darlehen zu begleichen, musste ich viel sparen. Es war mir sehr wichtig, ihm dieses Geld, das mir eine Bank wohl nicht gegeben hätte, schnell zurückzuzahlen. Erst so fühlte es sich dann wie mein eigenes Unternehmen an.

Carsharer

Vor drei Jahren gründete Léa Miggiano mit vier Partnern das Auto-Abo-Unternehmen Carvolution. Die HSG-Absolventin ist Chief Marketing Officer des Start-ups.

Wofür geben Sie ungern Geld aus?
Das meiste sind ja Notwendigkeiten wie Steuern oder Krankenkassenbeiträge, über die es sich nicht lohnt, sich aufzuregen. Da ich aber gar nicht so viel ausgebe, gibt es nur wenig, was ich später bereue.

Sie sind ja sehr diszipliniert.
Das tue ich gar nicht bewusst. Ich habe einfach nicht das Bedürfnis. Jeder weiss, dass Shopping nur fünf Minuten Freude bereitet und dann vorbei ist.

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Wie wichtig ist Ihnen finanzielle Unabhängigkeit?
Die ist mir sehr wichtig. So wurde ich erzogen. Meine Eltern erwarteten von mir, dass ich mit meinem Budget haushalte. Ich bin 26 und noch nicht lange finanziell unabhängig. Noch vor vier Jahren erhielt ich monatliche Studiengelder von meiner Familie. Jetzt lade ich auch mal meine Eltern zum Nachtessen ein. Das fühlte sich am Anfang etwas komisch an, aber es macht mich auch stolz.