Sie sind noch da, die gelben Hinweisschilder: Kaserne, Militärbetriebe Ost, Zeughaus. Aber sie spielen kaum eine Rolle mehr. Wer die Serpentinenstrecke von der Autobahnausfahrt Göschenen auf sich nimmt, um nach Andermatt zu fahren (oder stilvoller mit dem Glacier Express anreist), tut dies nur noch selten zur Landesverteidigung. Vor 15 Jahren war Andermatt am Oberalppass nicht mehr als ein verarmtes Provinznest mit trister Perspektive.

Auch interessant

Heute ist das Bergdorf auf 1437 m ü.M. glanzvoller Tourismus-Hotspot mit internationaler Anziehungskraft (und nebenher die steuerstärkste Gemeinde im Kanton Uri). Der Hauptgrund dafür findet sich am nördlichen Ortsrand auf 55'000 Quadratmetern und sechs Stockwerken: «The Chedi Andermatt», das derzeit wohl glamouröseste Schweizer Alpenhotel. Rund 1,2 Milliarden Franken hat der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris verbaut, um Andermatt zur Tourismusdestination aufzuwerten, ein Viertel der Summe floss ins «Chedi» mit seinen 123 Zimmern und Suiten.