Der Mann ist ein Überlebenskünstler. In einer Bank, in der seit Jahren Unruhe und Management-Revirements an der Tagesordnung sind, harrt er aus wie ein Fels in der Brandung: David Mathers (57), Finanzchef der Credit Suisse. Seit 24 Jahren ist der Brite bei der Bank, 12 davon in der Schlüsselposition des Chief Financial Officer (CFO), und hat nur in jener Zeit schon mehrere CEOs und Präsidenten kommen und gehen sehen. Mit dem spröden Amerikaner Brady Dougan, CEO von 2007 bis 2015, in dessen Investmentbanking-Sparte er gross geworden war, konnte er es ebenso wie nach 2015 mit dem allürenhaften Ivorer Tidjane Thiam oder seit 2020 mit dem hemdsärmeligen Schweizer Thomas Gottstein.

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Ganz nach dem Motto «Ist doch gleich, wer unter mir Chef ist», gilt Mathers in der CS als eine Art Schattenchef, als Mann, der jede Schraube im Betrieb kennt und aufgrund seines gesammelten Wissens über gute und weniger gute Zahlen eine grosse Macht angesammelt hat.
Nun sorgte Mathers auf ungewöhnliche Art auch ausserhalb der Bank für Aufsehen: Der jüngst veröffentlichte Vergütungsbericht zeigt, dass er 2021 der am besten verdienende Manager der Bank war. Mit 4,1 Millionen Salär kassierte er sogar mehr als Gottstein, der mit 3,8 Millionen nur noch knapp die Hälfte seiner Entlöhnung aus dem Vorjahr von 6,5 Millionen einstrich. Grund dafür ist vor allem, dass die Bank nach den schlechten Zahlen, Skandalen und Milliardenverlusten der letzten Zeit die variable Vergütung und die Boni für das Management generell stark reduzierte, Mathers aber, der zusätzlich zu seiner Rolle als CFO auch als Chef der britischen Einheit waltet, getreu den dort geltenden Vorgaben einen grösseren Anteil an fixer Basisvergütung hat.

Die nun erfolgte Enthüllung des Lohns von Mathers ist aber auch darum interessant, weil es schon vorher hiess, dass er in der Konzernleitung zu den Topverdienern gehört. Nimmt man die jetzige Zahl zum Massstab, dürfte Mathers geschätzt allein in seiner Zeit als Finanzchef deutlich über 50 Millionen Franken eingestrichen haben, denn in den Vorjahren flossen die Boni für alle üppiger.
Ein Teil seines Vermögens ist in Form von gesperrten CS-Aktien gebündelt: Der Vergütungsbericht zeigt, dass der Wert der noch nicht übertragenen Zuteilungen am Gewährungszeitpunkt mit 10,9 Millionen Franken der höchste ist unter allen 13 Konzernleitungsmitgliedern; auch hier schlägt er Gottstein, der per Ende 2021 mit 10,3 Millionen zu Buche steht.