Die Mittagssonne taucht den kleinen Garten im Innenhof vor dem Sitzungszimmer in ein angenehmes Licht. «Nehmen Sie bitte hier Platz, dann haben Sie einen schönen Blick auf den Zen-Garten.» Arthur Waser ist zuvorkommend – ein Gentleman von altem Schlag. Der 92-jährige Philanthrop spricht leise, seine Stimme passt zur feinen und eleganten Erscheinung. Doch seine Antworten kommen schnell und mit Emphase. «Stiftung darf nicht einengend sein, Stiftung muss Freiheit geben.»

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Im Alter von 21 macht sich Waser im Mineralölhandel selbstständig. Eine ausgezeichnete Entscheidung, wie sich schnell herausstellt. Die Umstellung von Kohle- auf Ölheizungen und der rasante Anstieg der Anzahl Autos lassen Wasers Business erblühen. Das ermöglicht ihm Investments in Gewerbeimmobilien – eine weitere unternehmerische Glanzleistung. Der Vollblutunternehmer hat keine Kinder, und schon bald stellt er sich die Frage, wer von seinem grossen Erfolg profitieren soll. Ihm kommt in den Sinn, was seine Mutter ihm als Kind sagte: «Wenn es dir einmal gut geht, dann solltest du auch andere Menschen daran teilhaben lassen.» Im Jahr 2000 gründet er die Arthur Waser Stiftung und setzt sie als künftige Alleinerbin ein. Gemäss David Keller, Geschäftsleiter der Stiftung, «setzt die Stiftung in Afrika nicht auf die üblichen dreijährigen Projekte, sondern auf langfristige Engagements mit lokalen, selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Partnern. Mit diesen werden auf der Basis gemeinsamer Lernprozesse Strategien entwickelt». Das ist modern und hat Vorbildcharakter.