Die Branche wartet schon seit Längerem gespannt darauf, wann der fulminante Höhenflug der Zuger Partners Group mal an ein Ende gelangen könnte. Doch nichts konnte der Firma in den letzten Jahren etwas anhaben – auch in diesem Jahr ging es steil nach oben: Gewinn verdoppelt, Aktienkurs plus 55  Prozent (Stand 16. September).

Mit rund 43  Milliarden Franken ist das erst 1996 gegründete Private-Equity-Haus mit seinen 1500 Mitarbeitenden inzwischen fast doppelt so viel wert wie die viel grössere Credit Suisse mit ihren über 48 000 Beschäftigten.

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Auch wenn sich die drei Gründer Alfred Gantner, Marcel Erni und Urs Wietlisbach mittlerweile aus allen operativen Funktionen zurückgezogen haben, sind sie im Innern doch noch immer tonangebend.

Vor allem Gantner und Erni prägen mit ihrem einzigartigen Gespür für die Märkte in den internen Investmentkomitees weiter den Kurs. So ist Gantner Vorsitzender des Investment Oversight Committee.

Gantner, einst CEO und später eine Zeit lang Präsident, ist bis heute das Gesicht der Firma geblieben. Mit seinem Einsatz gegen das EU-Rahmenabkommen spielt er auch politisch eine wachsende Rolle.

Er geniesst in der Branche fast schon Kultstatus – und ist dieses Jahr die neue Nummer eins im jährlichen Ranking der 100 wichtigsten Schweizer Banker und Bankerinnen.
 

Risikomanager wichtiger

Geprägt ist die diesjährige Liste zudem von zwei Trends. Erstens: dem Comeback vieler alter Kämpen. Manche waren lange in der Versenkung verschwunden. Marcel Rohner etwa, der in der Finanzkrise 2007 für den geschassten Peter Wuffli übernehmen musste und die hektischen Zeiten der Bank samt Rettung durch den Staat erlebte.

Er wurde 2009 durch Oswald Grübel ersetzt. Er übernahm VR-Mandate, etwa bei der Genfer Privatbank UBP oder der Helvetischen Bank von SVP-Nationalrat Thomas Matter. Nun tritt er als Nachfolger von Herbert Scheidt an der Spitze der Bankiervereinigung wieder ins Rampenlicht. 

Steil nach oben

Der Kurs der Partners Group schlägt den Bankenindex deutlich.

Banke
Quelle: Bloomberg

Zuvor war er bereits im Verwaltungsrat der Vereinigung. Ein anderer Rückkehrer ist Ulrich Körner, der nach seinem Abgang 2020 bei der UBS nun als Retter des Asset Managements bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Credit Suisse wieder zum Zuge kommt.

Der zweite Trend ist die steigende Bedeutung der Risikomanager im Banking, repräsentiert etwa durch den Einzug des designierten Chief Risk Officer der CS, David Wildermuth.

Die Risikochefs werden immer mehr zu zentralen Personen in der Führung, denn Fälle wie Archegos oder Greensill zeigen, dass die tollsten Gewinne an der Front nichts bringen, wenn sie andernorts wieder verpulvert werden.

 

So wurde bewertet

Auf der Basis einer Branchenrecherche werden die 100 wichtigsten Schweizer Bankerinnen und Banker gelistet. Bewertet wurden auch Ausländer, sofern sie bei einer Schweizer Bank tätig sind, und Schweizer, die bei einer ausländischen Bank arbeiten. Bei vier Kriterien waren je zehn Punkte zu gewinnen:

1. Rolle, Funktion, Bedeutung

2. Führungsstärke, individuelle Gestaltungskraft

3. Performance des eigenen Wirkungskreises und des Sektors

4. Künftige Veränderungskraft, Potenzial für eine wichtige Rolle

Beispiel: 17. Axel Weber = 17. Rang im Ranking (Absteiger gegenüber dem Vorjahr)

Der Verwaltungsratspräsident der UBS ist am Ende seiner Amtszeit bei der Grossbank angelangt – er dürfte voraussichtlich nach der Generalversammlung vom kommenden Frühjahr abtreten. Die Punkte für eine künftig wichtige Rolle wurden daher reduziert.

Bei gleicher Punktzahl werden die Personen gleich rangiert und alphabetisch gelistet.