Es war ein Konflikt, wie er in dieser Härte in der Schweizer Konzernlandschaft selten offen zutage tritt. Die Grossaktionäre Cevian, Artisan und Franklin Templeton mit zusammen knapp 30 Prozent der Stimmen forderten im Oktober 2018 einen Zusammenschluss des Logistikkonzerns Panalpina mit einem Konkurrenten und den Abgang von VR-Präsident Peter Ulber und dessen Vize Beat Walti, die den Hauptaktionär Ernst Göhner Stiftung (46 Prozent der Aktien) im Board vertraten. «Sie schaden der Firma», so der Vorwurf. Erst nach heftigem Widerstand stimmte die Stiftung einer Übernahme durch den dänischen Konkurrenten DSV zu und schickte Ulber vom Hof.

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Heute ist die Ernst Göhner Stiftung der grösste Profiteur des Zusammenschlusses. Als der Konflikt eskalierte, war ihr Anteil an Panalpina etwa 1,25 Milliarden Franken wert. Durch das Übernahmeangebot von DSV verdoppelte sich der Wert, und seit der Transaktion hat auch der DSV-Aktienkurs noch einmal kräftig zugelegt: Die 10,7 Prozent am dänischen Konzern, welche die Stiftung für ihre Panalpina-Anteile bekam, sind heute rund 4,25 Milliarden Franken wert.

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Abstriche muss man dafür bei der Dividende machen: Panalpina hatte streckenweise mehr Geld an ihre Aktionäre ausgeschüttet, als die Firma Gewinn erzielte. Die Stiftung erhielt davon zuletzt rund 40 Millionen Franken im Jahr. Bei DSV sind es derzeit nur 14,6 Millionen.

«Dividende hat keinen Einfluss»

Der Stiftungszweck, «die Förderung von kulturellen, wissenschaftlichen und sozialen Institutionen, von Natur-, Heimat- und Tierschutz sowie zahlreicher anderer guter Zwecke», wird dadurch aber nicht beeinträchtigt: «Die geringere Dividende hat keinerlei Einfluss auf die Höhe der Zuwendungen der Ernst Göhner Stiftung, die heute sogar über dem Niveau früherer Jahre liegen und einer langjährigen Vergabestrategie folgen», so Geschäftsführer Roger Schmid. Zudem könnte die Stiftung bei Geldnot ab dem dritten Quartal dieses Jahres DSV-Anteile verkaufen. Dann nämlich läuft die zweijährige Halteverpflichtung aus.

Nicht aufgegangen ist die Rechnung dagegen für Beat Walti.Der Präsident der Göhner Stiftung, Anwalt und FDP-Fraktionschef im Nationalrat, wurde als Vizepräsident bei Panalpina mit 220'000  Franken grosszügig entlohnt – sehr zum Unwillen der Grossaktionäre. Als einfaches Board-Mitglied bei DSV verdient er nun marktkonforme 87'000 Franken.