Montreux statt Interlaken, Anfang September statt Ende Mai: Corona-bedingt musste das Swiss Economic Forum (SEF) seine zweitägige, wie immer restlos ausverkaufte Veranstaltung örtlich und zeitlich verschieben. Doch das passte nicht allen 1350 Interessierten, die sich eingeschrieben und bereits ihre Teilnahmegebühr von 1980 Franken einbezahlt hatten.

Ein Teil forderte das Geld zurück – und musste sich dann in Geduld üben. «Nach mehrmaligem Nachfassen wurde uns das Geld dann endlich gutgeschrieben», heisst es etwa aus einer Kleinstfirma.

Verärgert ist auch ein anderer Unternehmer, der für die übers SEF gebuchte Übernachtung im «Victoria-Jungfrau» einen Voucher erhielt. SEF-Marketingchef Tom Rieder wehrt sich gegen die Vorwürfe: «Wir waren enorm kulant», sagt er und verweist darauf, dass sie alle Teilnahmegebühren zurückerstattet hätten, obwohl sie laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nicht dazu verpflichtet gewesen wären.

Hotels zeigen sich weniger kulant

Komplizierter ist die Situation bei den Hotels. Gemäss AGB hätte das SEF die Stornokosten weiterverrechnen können, wie Rieder betont. «Wir haben hier lange mit den Hotels verhandelt und letztlich die Kosten übernommen, wo uns die Hotels nicht entgegengekommen sind.»

Die Teilnehmer, die im «Victoria-Jungfrau» ein Zimmer gebucht hätten, seien angefragt worden, ob sie auch aus Solidarität zum SEF freiwillig einen Gutschein beziehen würden anstelle der Rückerstattung.

Auch so ausverkauft

Trotz Verschiebung: Das SEF bleibt begehrt. Es sei ausverkauft, sagt Rieder. Die definitive Teilnehmerzahl ist aber noch unklar. Sie hängt davon ab, ob der Bund die 1000-Personen-Regel lockert – und davon, ob der Kanton Waadt sie nicht wieder verschärft.