Es gilt als eines der exklusivsten und erfolgreichsten Start-up-Programme weltweit: Spätere Unicorns wie Airbnb, Stripe oder Dropbox haben Y Combinator durchlaufen. Jedes Jahr bewerben sich rund 16 000 Jungunternehmen aus der ganzen Welt, um in das kalifornische Förderprogramm aufgenommen zu werden, nur 350 werden akzeptiert.

«Der Zugang zu einer unglaublich talentierten Community von Unternehmern aus der ganzen Welt und die Beratung durch erfolgreiche Gründer sind unbezahlbar»

Jetzt haben es fünf Schweizer Gründer geschafft: «Y Combinator ist ein sehr angesehener Name im Start-up-Ecosystem und kreiert ein starkes Signal bei Investoren», sagt Jan Heinvirta.

Der Zürcher hat in Mexiko einen Lebensmittellieferdienst namens Perfekto aufgebaut, um Food Waste zu minimeren und das Einkommen der Bauern zu erhöhen: «Der Zugang zu einer unglaublich talentierten Community von Unternehmern aus der ganzen Welt und die Beratung durch erfolgreiche Gründer sind unbezahlbar», sagt der 26-Jährige.

Die Bewerbung erfolgt über ein Online-Formular mit standardisierten Fragen und ein einminütiges Video. Wird man vom Admission Team zugelassen, folgt ein viertelstündiger Pitch bei drei Partnern von Y Combinator.

Die Zu- oder Absage folgt dann innert Stunden. Als Gegenleistung für die Teilnahme am dreimonatigen Förderprogramm muss jedes Start-up unabhängig von seiner Bewertung sieben Prozent seiner Aktien für den Fixpreis von 125 000 Dollar abgeben. «Für uns hat sich das gelohnt, wir sind dadurch auf eine drei bis vier Mal höhere Bewertung gekommen», sagt Christian Mischler, der mit Deskimo teilnimmt, einer Buchungsplattform für Büroräume.

«Dank dem guten YC-Netzwerk konnten wir schnell und effizient unsere Finanzierungsrunde mit Fonds im Silicon Valley abschliessen»

Deskimo ist bereits sein siebtes Start-up, «aber das Fundraising war dank Y Combinator unvergleichbar mit allen anderen Runden.» Über 50 Anfragen aus dem Y-Netzwerk hat er bereits erhalten, weitere werden hinzukommen, wenn er Anfang September am Demo Day eine Mini-Präsentation (nur eine Minute und ein Slide sind erlaubt) vor den 10 000 Investoren per Videocall macht.

«Dank dem guten YC-Netzwerk konnten wir schnell und effizient unsere Finanzierungsrunde mit Fonds im Silicon Valley abschliessen», sagt auch Carlo Badini. Der Berner hat mit Pabio einen Abo-Service für Inneneinrichtungen auf die Beine gestellt. Ebenfalls beim Y Combinator mit dabei sind Matthias Heller und Igor Susmelj. Sie haben Lightly gegründet, ein Entwicklungstool für KI-Anwendungen.

Mit Adaptyv Biosystems ist auch ein Lausanner Biotech-Start-up vertreten.

Pandemiebedingt findet das Programm dieses Jahr nur virtuell statt. Damit fällt zwar ein Teil des Netzwerkens weg, dafür müssen die Gründer nicht nach Kalifornien, sondern können bei ihren Start-ups bleiben.

«Unter dem Strich ist das für uns besser», so Mischler.