Auto-Abos sind dank ihrer Flexibilität ein wachsender Markt. So schätzt etwa der grösste Spieler im Schweizer Automarkt, die Amag, dass im Jahr 2025 bereits 10 bis 15 Prozent aller Neuwagenverkäufe via Abo-Modelle zustande kommen; bei einem durchschnittlichen jährlichen Markt für Neuwagenverkäufe in der Schweiz wären das immerhin mehrere zehntausend Autos pro Jahr.

Auch deshalb wächst der Markt für Anbieter von Abonnements kräftig. So haben Hersteller wie Toyota, Volvo oder BMW eigene Abo-Programme, die Amag eine Abo-Tochter namens Clyde, Mietwagenfirmen wie Sixt oder Hertz bieten neuerdings Abo-Produkte an, genauso wie diverse freie Händler, darunter der für Direktimporte bekannte Auto-Kunz in Wohlen.

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Schweizer Abo-Marktführer dürfte das Start-up Carvolution sein, bei dem Versicherer Mobiliar eingestiegen ist und mit Mitgründerin Léa Miggiano viel Werbedruck entfaltet (und es sich offenbar leisten kann). Die meisten dieser Anbieter vertreiben mit den Abos Neuwagen. Einen anderen Weg geht das Zürcher Start-up Gowago, das als Lead-Investor die Bâloise-Versicherung hinter sich hat: «Wir fungieren rein als Vermittler zwischen Händlern und Kunden und sehen uns als Fintech», sagt CEO und Mitgründer Rutger Verhoef; der Holländer hat in Lausanne studiert. «Autos sind im Markt schon genügend verfügbar, es braucht keine neuen.»

Alle Dienstleistungen gebündelt

Derzeit vertreibt Gowago über ihre Onlineplattform rund 12'000 Autos von 170 angeschlossenen Händlern, im Angebot sind sowohl Neuwagen als auch Occasionen. Das Start-up bündelt für Kunden Dienstleistungen wie Reparaturen, Reifenwechsel und andere zu einem Komplettpaket und nutzt die eigenen Marktkenntnisse und Nachfragemenge, um günstig einzukaufen.

«Eigentümer des Autos», sagt Verhoef, «bleibt immer der Händler.» Dem verrechnet Gowago eine Vermittlungsgebühr, sofern ein Vertrag zustande kommt, Einstandskosten gibt es keine. Geld verdiene seine Firma vor allem mit dem Bündeln der Services zu einem Fixpreis, nicht mit der Autovermittlung.

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Für die Kunden lohne sich das Ganze, beteuert er: Verglichen mit Eigentum sei sein Modell «etwa zehn Prozent günstiger punkto Total Cost of Ownership, die Vergleichszahlen stammen vom TCS». Zudem entfalle für Kunden das meist ungeliebte Verhandeln mit einem Autoverkäufer, weil der Prozess komplett online funktioniere: Gowago habe «die einzige von der Finma zugelassene digitale Lösung für Leasingverträge».

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Zahlen zum Umsatz oder Gewinn verschweigt Verhoef, der Fokus liege derzeit auf Wachstum, zumal das «All-in-one»-Produkt, das alle Dienstleistungen bündelt, erst vor wenigen Monaten lanciert worden sei. Ein Marktkenner schätzt, dass Gowago derzeit rund 50 Abo-Verträge pro Monat abschliesst. Als Ziel für Gowago nennt Verhoef, «innerhalb der kommenden Jahre insgesamt 7000 Autos zu verkaufen».