Geht es um Milliarden, verliert mancher Journalist den Bezug zur Realität. So schrieb die «SonntagsZeitung» jüngst: «Der Berner ist der reichste Mann der Schweiz. Der Verkauf seiner Synthes-Aktien bringt ihm 21 Milliarden Franken ein.» Nun hat Hansjörg Wyss, der Berner, den Verkauf von Synthes an Johnson & Johnson eingeleitet, für total 21,3 Milliarden – Dollar, nicht Franken. Zudem fliesst dieses Geld nicht alleine in Wyss’ Tasche. Er hält «nur» 48,3 Prozent an Synthes.

Auch «20 Minuten» und das Schweizer Fernsehen zählen nicht zu den Rechenkünstlern. Ihre Journalisten haben den Verkaufspreis zu Wyss’ bisherigem Vermögen – ­primär ­bestehend aus eben­dieser Synthes-Beteiligung – dazugezählt. Tatsächlich kassiert Wyss um die neun Milliarden Franken, ein Drittel in Cash, den Rest in Aktien von Johnson & Johnson. Wie viel es am Ende sein wird, zeigt sich erst 2012; der Abschluss zieht sich wegen der Kartellbehörde noch dahin. Doch nach Steuern wird Wyss kaum über zehn Milliarden Vermögen kommen. Damit bleibt Ernesto Bertarelli, gemessen an der letztjährigen Vermögensschätzung von 10 bis 11 Milliarden, reichster Schweizer.

Vermögen: 9–10 Milliarden