Der Schweizer Immobilienmarkt in seiner konzentriertesten Form befindet sich an einem Hang im Oberengadin. Keine 70 Häuser stehen am Suvretta-Hügel in St. Moritz mit Aussicht auf die spektakuläre Berg- und Seenlandschaft. Die Villen von Moncler-Eigner Remo Ruffini, Stahlmagnat Lakshmi Mittal oder Privatjet-Tycoon Thomas Flohr sind darunter. «Ein bis zwei Objekte wechseln im Jahr ihren Besitzer», sagt Pascal Vaucher, CEO bei Wüst und Wüst, Makler für exklusives Wohneigentum. Für jeden Makler ein Gewinn. Die Nachfrage ist gross, die Häuser sind schnell verkauft. Das trotz schwindelerregend hoher Preise. 40'000 Franken und mehr werden für den Quadratmeter verlangt. «Seit 15 Jahren wird immer wieder gesagt, die Preise würden fallen. Das taten sie aber nie», weiss Vaucher.

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Knappes Angebot und hohe Nachfrage sorgen nicht nur im Luxusbereich für Stabilität. Mit beeindruckender Widerstandskraft hat der Schweizer Immobilienmarkt das höhere Zinsniveau weggesteckt. Der Sturm, der mit der Zinswende die Immobilienpreise in so vielen Ländern drückte, rauschte an Zürich, St. Moritz und Zug vorbei. Statt heftiger Böen machte sich eine Art Windstille breit. Im Vorjahr ging die Zahl der Transaktionen um ein Viertel zurück. Die Verkäufer hielten stur an den hohen Preisen fest. Die potenziellen Käufer sahen nicht ein, warum sie bei gestiegenen Finanzierungskosten keinen Abschlag erhalten sollten.

Erich Gerbl
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