Als Mehrheitsaktionär und Vorstandschef von Ineos steuert James (Jim) Rat­cliffe aus Rolle VD einen Petrochemie-Riesen mit mehr als 15 000 Mitarbeitenden in rund 60 Werken. Mit Firmentöchtern in 16 Ländern ansässig, analysierte der promovierte Chemieingenieur jüngst in einem Gespräch mit der «Süddeutschen Zeitung» Vor- und Nachteile einzelner Standorte und erklärte schlüssig seinen Zuzug ans waadtländische Ufer des Genfersees 2010. Die britische Regierung hatte seine begründete Bitte «um Aufschub bei einer Mehrwertsteuerzahlung» brüsk abgelehnt – «obwohl sie den Banken Milliarden Pfund gegeben hatte».

Über Politiker im Allgemeinen und besonders in der EU lästert Rat­cliffe: «Brüssel ist ein sehr ineffizienter Ort geworden. Die EU ist ineffizient, und ein Werk innerhalb der EU zu haben, bringt keine Vorteile.» Der Industrielle vergleicht die Ineos-Werke in Grossbritannien und Nor­wegen und urteilt: «Das macht keinen Unterschied für uns. Wir verkaufen von Norwegen aus ­genauso viele Produkte in die EU wie von Grossbritannien aus, weil die Märkte ohnehin offen sind.» Ketzerisch behauptet James Ratcliffe gar, nach einem Austritt seines Heimatlandes aus der EU «ginge es der britischen Wirtschaft vielleicht besser».

Vermögen: 5–6 Milliarden