Es war ein mir bislang unbekanntes Gerät, das ich da im Frühling in der Lounge des Flughafens Warschau gesichtet hatte: Es sah aus wie ein – schmaler – Kleiderschrank, aber mit Display und Knöpfen. Und mit dem Versprechen, während der Wartezeit auf den verspäteten Flug meine Klamotten zu erfrischen, zu reinigen und zu glätten. Klang gut, wollte ich ausprobieren, allerdings nicht mit einem Striptease vor den anderen Reisenden, sondern in Ruhe daheim.

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Einige Wochen später stand das Gerät in meinem Wintergarten. Bei der Bestellung sollte man unbedingt die Installation mitordern, sonst kippt der Spediteur das Gerät einfach auf die Bordsteinkante, und dann viel Spass mit dem 85-Kilo-Trumm. Aber einmal aufgestellt, integriert sich der AirDresser dank seiner Spiegelfront gut in jede Umgebung. Dank eines kleinen Frisch- und eines Abwassertanks ist kein Wasseranschluss nötig. Im Inneren hat es drei Aufhänger für je ein Oberteil und eine Hose sowie eine herausnehmbare Ablage für alles, was sich nicht aufhängen lässt.

Marc Kowalsky ist ein Early Digital Immigrant: Seit über 35 Jahren fühlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.

Samsung positioniert den AirDresser als Reinigungs- und Pflegesystem für Kleider, die nicht häufig gewaschen werden können. Er soll Gerüche, Keime, Staub und Pollen entfernen – Letzteres ist besonders praktisch für mich als leidenschaftlicher Heuschnupfer. Dazu werden die Kleider erst bedampft, dann mit UV-Licht desodoriert, schliesslich getrocknet. 18 Programme von Blusen über Bettsachen bis Pelz, Leder und Plüschspielzeug stehen zur Verfügung mit Laufzeiten von 20 bis 120 Minuten, die Steuerung erfolgt per App oder am Gerät selber. Sogar ein Programm zur Reinigung von Gesichtsmasken gibt es, Corona lässt grüssen. Der AirDresser funktioniert ohne Waschmittel. Geben Sie ein mit Parfum getränktes Wattevlies in eine spezielle Kammer mit dazu, sollen die Klamotten am Schluss dessen Duft annehmen – bei mir blieb das jedoch ohne Effekt.

Im Betrieb ist der AirDresser vernehmlich, aber nicht laut. Kleinere Knitterfalten entfernt er ebenso wie etwaWasserflecken oder Fusseln, aber er ersetzt weder das Bügeleisen noch die chemische Reinigung. Somit ist der Nutzen überschaubar. «Erfrischen» ist der richtige Ausdruck, etwa wenn ein Anzug über den Winter im Keller hing oder im Koffer zerknittert wurde. Sehr effizient ist der AirDresser hingegen bei durchgeschwitzten Sportsachen: Nach dem Reinigen und Desinfizieren sind sie praktisch wiederverwendbar.

Fazit: Der AirDresser ist kein Must-have. Was er kann, macht er gut. Aber für den Preis kann er mir einfach zu wenig.

Samsung DF8000 AirDresser

Info: www.samsung.ch

Preis: 2299 Franken

Bewertung: ★★★

 Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

Marc Kowalsky
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