Neuer Chefsessel, genussvollere Branche: Der ehemalige CEO des Zugherstellers Stadler Rail, Thomas Ahlburg, ist nun CEO der Awema im thurgauischen Oberneunforn. Mit seinem Kompagnon Roy Bruderer hat Ahlburg Awema und die Schwesterfirma Blumer Maschinenbau im vergangenen Herbst übernommen.

«Awema wie auch Blumer sind Technologieperlen», sagt Ahlburg – Awema «stellt hochexakte Wiegemaschinen und Giessmaschinen, Roboter und Linien für die Schokoladenherstellung» her, Blumer ist im Bereich Druckweiterverarbeitung aktiv, etwa mit Maschinen, die Etiketten ausstanzen. Ahlburg und Bruderer haben die beiden Firmen zusammen übernommen und in ihrer gemeinsamen Holding AB Beteiligungen untergebracht. Zu Umsätzen oder anderen Kennziffern der beiden KMUs macht Ahlburg keine Angaben.

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Zu seinen Wachstumsplänen hat Ahlburg dafür umso konkretere Aussagen parat: Awema habe zwar keine geografischen weissen Flecken mehr und sei auf allen relevanten Weltmärkten bereits vertreten. Aber auf der Produktseite sieht Ahlburg noch viel Potenzial: Awema ist mit ihren Maschinen vor allem im mittleren Leistungsbereich vertreten, nicht jedoch bei der Anfertigung von Kleinserien oder der Massenproduktion von Schokoladen-Süssigkeiten.

Ausserdem solle das Portfolio an «vollautomatischen, roboterunterstützten Linien für komplexe Schokoladenprodukte» weiterentwickelt werden. «Es ist eine tolle Aufgabe, denn Awema ist sehr international aktiv, und der Markt bietet gute Wachstumschancen», bilanziert Thomas Ahlburg.

Sowohl Bruderer als auch Ahlburg haben bei Peter Spuhlers Stadler Rail gearbeitet, doch in verschiedenen Zeiträumen. Bruderer war bis 2009 bei Stadler, Ahlburg stiess erst im Frühjahr 2012 dazu, war dann Leiter des Stammwerks Bussnang und bis Mitte 2020 CEO. Bruderer hatte nach seinem Ausscheiden eine Firma namens Impard gegründet, die Interim-Management anbietet, mit Fokus auf KMUs.

Via Impard war Bruderer auch für Stadler aktiv, und auf diesem Weg lernten sich Ahlburg und Bruderer letztlich kennen. Ihre gemeinsame Holding liessen sie im Juli 2021 eintragen, im September übernahmen sie dann die beiden Unternehmen: Ahlburg amtet bei Blumer als Präsident des Verwaltungsrats. Bei Awema hat Bruderer dieses Amt inne, Ahlburg ist hier Vizepräsident und zugleich CEO.

Unterdessen ist Ahlburgs Nachfolge als Konzernleiter bei Stadler Rail weiterhin nur vorübergehend geklärt. Noch immer führt Hauptaktionär Peter Spuhler seine Stadler als Präsident und CEO im Doppelmandat. Die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger hält weiterhin an. Spuhler hatte vor Kurzem verkündet, er sei «nahe dran an einer Lösung», wolle aber noch nicht abtreten, das wäre «wie Verrat». Insider halten für möglich, dass Spuhler zunächst eine Interimslösung installiert, um in der gewonnenen Zeit ein Talent aus den eigenen Reihen aufzubauen.