Es ist eine Schweizer Firma, und darauf legt der Mitgründer und Namensgeber auch grossen Wert: Piëch Automotive, ein Elektroauto-Hersteller, den Toni Piëch und sein Mit-Gründer Rea Stark Rajcic in Zürich angesiedelt haben. Der Sohn des langjährigen VW-Chefs Ferdinand Piëch will zur «Uhrenmarke der Autoindustrie» avancieren: Attribute wie «zuverlässig, langlebig, edel und wertstabil» verbindet er damit; er ist selbst in der Schweiz aufgewachsen.

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Sein erstes Auto soll 2024 auf die Strassen rollen, ein wunderschöner Zweisitzer, mit, siehe Uhrenbranche, zeitlos-schönen Proportionen. Drei Elektromotoren sollen zusammen 450  kW, umgerechnet 612  PS, mobilisieren, rund 500  Kilometer Reichweite sind geplant. Herzstück ist der Antrieb:

Dank einer «Wunderzelle», so Piëch, die man in China entdeckt und der deutschen Firma Customcells mit dem Auftrag zur Entwicklung einer serienreifen Antriebsbatterie übergeben habe, soll der GT am hauseigenen 350-kW-Ladesystem in nur acht Minuten voll «strombetankt» werden können; der Porsche Taycan, bisherige Benchmark bei Serienfahrzeugen, benötigt fast dreimal so viel Zeit. Doch das Auto soll auch an allen sonstigen Säulen laden können.

8 Minuten nur soll es dauern, bis der Piëch GT wieder mit voller Batterie 500 Kilometer stromern kann. Das wäre ein hervorragender Wert.

Erstmals nennt Piëch Details zu seinem Businessmodell. 2023 sollen, neben dem bestehenden in der Zürcher Innenstadt, weitere Showrooms eröffnen, in denen Piëch seine Fahrzeuge ausstellen wird. «Und im zweiten Jahr der Produktion», sagt Piëch, «also 2025, wollen wir bereits profitabel sein».

Geplant sind 10 000 Fahrzeuge jährlich über die vorgesehenen drei Baureihen. Zunächst geht der Sportler an den Markt; dieser Markt ist zwar klein, aber imageträchtig und wächst kontinuierlich. Volumenmodell wird ein SUV, der nicht als Luxus-Hochbeiner geplant ist, sondern eher an den legendären Land Rover Defender erinnern wird, auf den rund die Hälfte der 10 000 Autos entfallen soll; beim dritten Modell, einem Viersitzer, plant Piëch mit deutlich mehr, beim GT mit deutlich weniger als 2000 Exemplaren pro Jahr.

GT

Klassischer GT: Lange Haube, flache Linien, das ist immer noch der Stoff, aus dem Autoträume sind.

Quelle: PD

Die Preise für alle drei Modelle sollen in einer ähnlichen Region liegen, jeweils um 200 000 Franken. Innerhalb der Baureihen sind zusätzlich Derivate geplant.Piëch strebt eine «schöne Ebit-Marge an»; sie dürfte bei rund 15 Prozent liegen, etwa auf dem Niveau des Konkurrenten Porsche – hinzu kämen lukrative Nebengeschäfte, wie Finanzierung oder After-Sales-Service. Helfen sollen die mit 500  Millionen Euro niedrigen Entwicklungskosten; in der Autoindustrie fallen üblicherweise Milliardenbeträge an.

Diesen Kostenvorteil begründet Piëch mit einer modularen Plattform, die sein Cheftechniker, der frühere BMW-Topentwickler Klaus Schmidt, entworfen hat. Auf ihr stehen alle drei Baureihen. Noch sagt Piëch nicht, bei welchem Auftragsfertiger er seine Autos montieren lassen wird. Doch es deutet vieles auf Magna Steyr hin, die schon jetzt als Entwicklungspartner fungieren.