Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als Kind habe ich gerne geschrieben und gezeichnet. Mit zehn Jahren bastelte ich daher ein Mode- und Rätselmagazin, der Titel war «Fanômette». Das verkaufte ich meiner Familie für 50 Rappen pro Exemplar, man konnte aber auch ein Abonnement abschliessen. Meine Motivation war nicht, Geld zu verdienen, dafür war der Aufwand viel zu gross. Es hat einfach viel Spass gemacht.

Wofür haben Sie das Geld ausgegeben?
Wahrscheinlich habe ich mir davon Süssigkeiten und weitere Rätselmagazine gekauft.

Wofür geben Sie heute gerne Geld aus?
Für Ferien mit der Familie. Ausserdem gehe ich gerne auswärts essen, dann muss ich nicht selber kochen. Natürlich gebe ich auch gerne Geld für Mode aus. Das meiste beziehe ich bei Vestibule. Wenn ich anderswo einkaufe, investiere ich in Klassiker oder handgefertigte Stücke.

Wofür geben Sie nicht gerne Geld aus?
Für Importkosten, die nerven mich. Zwar gibt es auch für Zollgebühren bereits ein Abkommen mit Europa, aber es ist immer noch zu kompliziert und aufwendig.

Laurence Antiglio Vestibule CEO

CHIC À LA ROMANDE: Die Westschweizerin Antiglio eröffnete 2005 ihre erste Boutique in Zürich. Inzwischen gibt es drei Vestibule-Shops, den neusten seit 2020 an der Europaallee.

Quelle: PD

Geben Sie auch manchmal unvernünftig Geld aus?
Sehr selten und dann vor allem für schöne Möbelstücke. Ich habe lange nach einem Büchergestell gesucht, und kürzlich, als ich für den Einkauf der neuen Kollektion in Paris unterwegs war, sah ich eines in einer Galerie. Der Preis lag leider über meinem Budget, aber da es genau das war, wonach ich lange gesucht hatte und wunderschön von Hand gefertigt ist, habe ich es gekauft.

Gibt es etwas, das Sie gerne kaufen möchten, sich aber nicht leisten können?
Es gibt viele Dinge, die ausserhalb meines Budgets liegen, aber das stört mich nicht. Gerne würde ich mir eine Zeitmaschine kaufen können und Paul Poiret, den französischen Designer aus der Zeit von 1900 bis 1920, besuchen; oder ein wirklich schönes Kunstwerk kaufen.

Spenden Sie?
Ja, das finde ich wichtig. Wenn jeder, der das Glück hat, hier zu leben, nur ein bisschen von diesem Glück weitergäbe, könnte man vielen Menschen helfen und sie glücklich machen – ohne dass uns selbst dadurch etwas fehlen würde.