Man kann mit ihnen tauchen – oft sogar sehr tief. Vor allem wenn sie die ISO-Norm 6425 erfüllen, welche die Mindestanforderungen an sie formuliert. Nur spielt das im Alltag kaum eine Rolle: Taucheruhren werden heute meist als Lifestyle-Objekte getragen.

Auffallend: Sie stehen derzeit hoch in der Gunst der Käuferschaft. Selten jedenfalls hat es unter den Neuheiten der Schweizer Marken so viele Taucheruhren gegeben wie dieses Jahr.

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Beispiel Omega: Die Bieler Marke knüpft an alte Rekorde an und präsentiert mit der Ultra Deep ein Instrument, das Taucherinnen und Taucher bis in 6000 Meter Tiefe begleitet – sofern sie es so weit hinunterschaffen. Neben einem Stück in Titan fallen die sechs Stahlversionen auf: Omega verwendet dafür eine spezielle, innerhalb der Swatch Group entwickelte Legierung namens O-Megasteel.

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Omega Ultra Deep: Preis: Ab 11’200 Fr., Durchmesser: 45,50 Millimeter

Quelle: ZVG

Das Material zeichnet sich durch eine hellere Farbe und einen speziellen Glanz aus. Vor allem aber ist es, so Omega, 40 bis 50 Prozent härter als herkömmlicher Stahl.

Wie robust das Gehäusematerial ist, zeigt sich an einem interessanten Detail: Die Ultra-Deep-Modelle kommen, obwohl sie nur 18,11 Millimeter hoch bauen, ohne ein Heliumventil aus, das sonst oft solche Uhren vor dem Bersten in grosser Tiefe schützt.

Beispiel Tissot: Die Marke aus Le Locle positioniert das Produkt in der Kommunikation primär als Freizeitobjekt: «Eine Taucheruhr ist das Tor zu Abenteuern, Reisen und dem Nervenkitzel eines erfüllten Lebens», meint die Marke. Neben dem kleineren 36-Millimeter-Modell (Seastar 1000 Quartz) gibt es die muskulöser anmutende Seastar 2000 Professional Powermatic 80.

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Tissot Seastar 2000 Professional Powermatic 80 Preis: Ab 995 Fr., Durchmesser: 46 Millimeter

Quelle: ZVG

Sie hat das traditionelle Wellenmuster auf dem Zifferblatt, welches entweder in Schwarz oder mit einem Farbverlauf von Blau nach Schwarz zu haben ist. Die Uhr ist bis zu 600 Meter wasserdicht.

Beispiel TAG Heuer: Mit der Aquaracer Professional 1000 Superdiver springt die Marke nicht nur ins Wasser, und das bis 1000 Meter tief. Es gibt auch in Bezug auf die Kaliber eine Premiere: In diesem Zeitmesser verwendet TAG Heuer erstmals das Kaliber TH30-00. Produziert wird es von der Manufaktur Kenissi, einem Joint Venture von Chanel und Rolex.

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TAG Heuer Aquaracer Professional 1000 Superdiver: Preis: 6500 Fr., Durchmesser: 45 Millimeter

Quelle: ZVG

Das neue Kaliber wird exklusiv für TAG Heuer gefertigt und schlägt damit, so die Marke, ein neues Kapitel in der Geschichte des Unternehmens auf. Trends befeuerten schon immer das Angebot der Uhrenbranche – mal mit blauen Uhren, mal mit grünen Uhren, mal mit XXL-Tickern, mit Vintage-Anmutung oder mit integrierten Metallarmbändern.

Aktuell also mit Taucheruhren – erstmals bringt zum Beispiel Montblanc ein entsprechendes Modell heraus. Die Richemont-Marke hat seit etwas über Jahr mit Laurent Lecamp einen neuen Chef der Uhrendivision. Der hatte sich bei Amtsantritt geschworen, den 4807,73 Meter hohen Berg, zu besteigen, welcher der Marke ihren Namen gegeben hat.

«Ich wollte, dass wir die Einzigen sind, die ein Zifferblatt haben, welches wie Gletschereis aussieht»

Laurent Lecamp, Direktor Uhrendivision Montblanc

Und der Aufstieg vom Chamonix-Tal bis zum grossen Gletscher, Mer de Glace genannt, hinterliess bei ihm Ehrfurcht und pure Begeisterung.

Auf seinem Handy hat er ein Bild, das ihn fast liegend auf dem Eis zeigt: «Ich habe die Angewohnheit, Dinge berühren zu wollen. Und ich wollte das Eis mit meinen Händen spüren.» Begeistert war Lecamp vom Farbenspiel, das sich ihm bot: eisiges Blau, leuchtendes Grün, gebrochenes Schwarz – eine reiche Nuancenpalette.

Fortan, so beschloss Laurent Lecamp, müsse Montblanc dieses Naturphänomen auf Zifferblättern nachbilden. «Ich wollte, dass wir die Einzigen sind, die ein Zifferblatt haben, welches wie Gletschereis aussieht», sagt er.

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Montblanc Iced Sea; Preis: Ab 2800 Fr., Durchmesser: 41 Millimeter

Quelle: ZVG

«Das würde zur Marke passen. Und niemand würde es kopieren können.» Erreicht wird dies mit einem uralten Verfahren, Gratté-boisé genannt, einer Art Kratzbürsten-Technik, bei der die aus Messing gestanzte Fläche vereinfacht gesagt von Hand gebürstet wird. 30 Etappen sind nötig, um das inklusive Lack 0,4 Millimeter dicke Zifferblatt zu produzieren.

Das Resultat heisst Iced Sea und ist eine Taucheruhr, wie erwähnt die erste bei Montblanc. Dass sich die Marke dafür entschied, hat seinen Grund. «Wir haben festgestellt, dass wir bei Sportuhren im weiteren Sinn das grösste Wachstum erzielt haben», sagt Laurent Lecamp.