Erst die Fakten, dann die Spekulation. Auch wenn die Spekulationen in diesem Fall viel spannender sind als die Fakten. Aber es muss so sein.

Also: Daniel Craig, Schauspiel-Superstar, Omega-Ambassador und Ex-James-Bond, hatte am vergangenen Sonntag einen grossen Auftritt an einer Gala in New York. Die Rede ist von der National Board Of Review 2023 Awards Gala. Craig übergab Janelle Monáe einen Preis für die beste Nebenrolle im Netflix-Hit «Glass Onion: A Knives Out Mystery», in dem er selbst die Hauptrolle spielt. So weit, so unspektakulär.

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Daniel Craig trug eine Mission to Neptune

Aber jetzt kommts: Craig trug zum dunkelblauen Massanzug eine Moonswatch. Genauer: Eine Mission to Neptune. Und auf diversen Fotos von der Gala ist gut zu sehen, wie Craig die Uhr sehr bewusst in Szene setzt. Immer wieder schiebt er die Ärmel seines Sakkos hoch, um das schöne Blau seiner Billiguhr für die Kameras freizugeben.

Soweit die Fakten. Jetzt zur Spekulation. Konkret: Welche geheime Botschaft will uns Daniel Craig respektive Omega mit dem Auftritt überbringen?

Natürlich könnte es sein, dass Craig als Uhrenfan sich selbst eine Moonswatch gekauft hat und diese nun gerne trägt. Schliesslich ist die Moonswatch die Uhr des vergangenen Jahres. Eine solch profane Interpretation eines inszenierten Auftritts allerdings scheint doch recht unwahrscheinlich. Dies vor allem, weil Craig bekannt für seine Stilsicherheit ist. Und ergo weiss, dass eine billige Sportuhr nur sehr bedingt zu einem Anzug passt – je formeller der Anlass, umso weniger.

Würde Omega wirklich einen Auftritt von Craig vergeuden?

Ergo müssen andere Erklärungen her. Aber welche? Die entscheidende Frage in dieser Hinsicht stellt Rob Corder, Chefredaktor von «Watchpro»: «Würde Omega einen ihrer kostbaren öffentlichen Auftritte mit ihrem Markenbotschafter Daniel Craig vergeuden, wenn die Swatch Group nicht planen würde, dieses Jahr weitere Moonswatches auf den Markt zu bringen?»

Corders Antwort? Ganz sicher nicht!

Dazu muss man wissen: Craig ist seit Jahren ein Botschafter für Omega. Als James Bond trug Craig eine Reihe von Omega Seamasters. Als Benoit Blanc in «Glass Onion» trug er eine Omega Seamaster 1948. Und als Privatperson trägt Craig in seiner Freizeit gerne eine Omega Speedmaster Professional. Klar: Auch eine Moonswatch ist eine Omega. Aber eben auch eine Swatch.

«Vielleicht hat Daniel Craig die blaue Moonswatch nur getragen, weil sie so schön zu seinen Augen passt. Wer's glaubt, wird selig.»

Was folgt daraus? Erstens könnte die Swatch Group versuchen, mit Craig den anhaltenden Hype um die Moonswatch neu auch mit James Bond zu verbinden und damit auf eine zusätzliche, neue Ebene zu hieven, neue Fan-Gruppen anzusprechen. Möglich, als Erklärung aber zu einfach.

Zweitens könnten Craig und die Swatch Group die subtile Botschaft aussenden, dass demnächst eine Seamaster – der Wahl-Zeitmesser von Bond – aus Moonswatch-Biokeramik lancieren wird. Möglich. Aber eine solche Marktlancierung könnte niemals an den Moonswatch-Hype anknüpfen. Die Seamaster mag eine tolle Uhr sein, die Speedmaster, das Vorbild für die Moonswatch, ist eine Legende.

Was sich Speedy-Fans wirklich wünschen, wäre eine Snoopy-Moonswatch

Dann also drittens: Demnächst kommt eine Walther PPK aus Biokeramik. Scherz beiseite! Wahrscheinlich will uns die Swatch Group einfach signalisieren, dass im Frühling neue Moonswatches kommen werden: neue Farben, neue Collabs, neue Personalisierungsmöglichkeiten. Oder so.

Klar ist: Worauf sich die Speedmaster- und Moonswatch-Fans wirklich stürzten würden, wären Moonswatch-Variationen der Speedmaster-Modelle mit der Comicfigur Snoopy. Aber die wiederum haben nichts mit Daniel Craig zu tun.

Vielleicht hat Craig die Moonswatch also wirklich nur deswegen getragen, weil die Mission to Neptune so schön zu seinen blauen Augen passt. Wer's glaubt, wird selig.

Daniel Craig's choice: Moonswatch Mission to Neptune.

Daniel Craig's choice: Moonswatch Mission to Neptune.

Quelle: ZVG