Sie sitzt mitten in der prall gefüllten Tonhalle, Reihe 16, gebannter Blick auf den Dirigenten, der in den nächsten Minuten das Ensemble ein imposantes Klanggebilde zeichnen und sich dann vom Publikum in einigen Extrarunden huldigen lässt. Einst wäre Ilona Schmiel selbst gerne da oben gestanden. Nicht als Dirigentin, aber zumindest als klassische Sängerin. Dass daraus nichts geworden ist, hat die gebürtige Hannoveranerin längst überwunden.

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Nun orchestriert sie im Hintergrund. Und das mit höchsten Ambitionen. Als Intendantin des Orchesters mit 100 Musikern und den 50 Mitarbeitern im Managementteam will sie das Tonhalle-Orchester in die weltweite Topliga führen. Zürich auf einer Stufe etwa mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern. Doch das ist Zukunftsmusik. Während nun auf der Bühne die Sinfonie Nr. 8 von Franz Schubert dem Höhepunkt zustrebt, schiesst Ilona Schmiel plötzlich von ihrem Sitz hoch und eilt, um dem Publikum nicht die Sicht zu rauben, leicht gebeugt aus dem Saal.