Der Würth-Konzern wirkt wie ein Baukasten, den der Baumeister Reinhold Würth in fünf Jahrzehnten mit viel praktischer Intelligenz und extremer Kundennähe immer weiter aufgefüllt hat. Angefangen hat der gelernte Einzel- und Grosshandelskaufmann als Schauben- und Mutternlieferant – dies ist auch das Basisgeschäft bis heute geblieben. Als Kunden anfragten, ob er nicht auch den Schraubenschlüssel mitliefern könne: bitte sehr! Zangen, Bohrer? Kein Problem! Längst ist Würth mit weltweit 2,65 Millionen Kunden führender Grosshändler für Montage- und Befestigungsmaterial. Würth wird 2005 rund 6,8 Milliarden Euro einnehmen.

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Division Metall: Mit knapp 1,1 Milliarden Euro Umsatz der grösste Bereich. Die Palette reicht von Anker- und Dübelsystemen für Schlossereien über Dämm- und Isolierstoffe für Heizungs- und Wasserinstallateure, Handwerkzeuge und Elektromaschinen für Metall verarbeitende Betriebe bis hin zu Ersatzteilsortimenten für innerbetriebliche Reparaturwerkstätten, etwa in Spitälern oder Hotels.

Division Auto: Erstmals über eine Milliarde Euro Umsatz fuhr diese Sparte ein: Autowerkstätten beziehen Werkzeuge, zertifizierte Ersatzteile oder seit neustem auch komplette Diagnosetools. Würth verspricht den Abnehmern «alle Produkte zur Instandhaltung, Aufbereitung und Pflege von Personenkraftwagen» und lässt auch neuartige Reinigungsmittel für Autowaschstrassen selbst entwickeln.

Division Holz: Die Kundschaft der Division Holz reicht von Schreinern über Tischler bis zu Fensterbauern. Das Sortiment umfasst Möbelbeschläge, Schleifmittel, Befestigungs- und Abdichtmaterial. 350 000 Kunden weltweit überwiesen im vergangenen Jahr 875 Millionen Euro.

Division Bau: Bauhaupt- und -nebengewerbe in zwölf Ländern Europas beziehen ebenso Werkzeuge wie Material. Mit einer Klientel von gegen 200 000 Stuckateuren, Dachdeckern, Gipsern und Bauunternehmern schaffte der Grosshändler im Vorjahr 341 Millionen Euro Umsatz.

Division Industrie: Neben einem Vollsortiment von Montage- und Verbindungsmaterial bietet Würth Industriebetrieben ganzheitliche logistische Versorgungs- und Dienstleistungskonzepte an.

Allied Companies: Unter diesem Sammelbegriff bündelt der Familienkonzern alles, was nicht zum klassischen Handelsgeschäft gehört – vom Elektrogrosshandel bis hin zu eigener Produktion. Mehr als 3000 Mitarbeitende stellen in 24 eigenen Betrieben zum Beispiel Kunststoff- und Metalldübel, Schrauben sowie Bau- und Möbelbeschläge her, tragen allerdings mit knapp 300 Millionen Euro weniger als fünf Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Würth Financial Services: Zurzeit bereisen 17 Allfinanzexperten den Testmarkt Schweiz. Sie bieten Versicherungen und Hypotheken an. Das Konzept ähnelt demjenigen anderer Finanzdienstleister wie des Branchenprimus AWD. Würths Finanzberater haben jedoch einen Trumpf: Sie leben weniger von Provisionen, können Kunden also das für den Versicherungsnehmer optimale Produkt anbieten. Würth Financial Services stützt sich auf die Datei mit rund 50 000 Schweizer Kunden des Mutterkonzerns. Registriert die Würth-Finanzzentrale in Küsnacht ZH ausreichend Nachfrage, soll dieser Service auch in anderen Ländern offeriert werden. In Deutschland ist Würth an der Bodenseebank beteiligt und tritt mit dem aufgekauften Versicherungsmakler Kirsch unter dem Logo Würth-Kirsch auf.