Noch wähnt sie sich als Siegerin. Aber nicht mehr lange. Die Tourismusbranche wird den Tag verfluchen, an dem der Solothurner CVP-Ständerat Pirmin Bischof seine Motion gegen die vermeintlichen Knebelverträge von Hotelbuchungsplattformen eingereicht hat. Nach dem Ständerat hat diese Woche auch der Nationalrat der Motion zugestimmt. Der Bundesrat muss dem Parlament nun Vorschläge für ein Verbot von sogenannten Preisparitätsklauseln unterbreiten.

Was als staatliche Unterstützung mittelständischer Hoteliers daherkommt, ist in Tat und Wahrheit Beihilfe zum Suizid. Die von der Regierung auszuarbeitende «Lex Booking» wird gerade Hoteliers, die weder einer internationalen Kette angeschlossen sind, noch an einer international begehrten Destination ansässig sind, das wirtschaftliche Überleben massiv erschweren. Ihre Kosten, um sich national oder international sichtbar – und damit buchbar – zu machen, werden steigen. Und das wahrscheinlich um deutlich mehr als die plus minus 15 Prozent, die sie pro gebuchter Übernachtung an Buchungsplattformen abliefern müssen.

Machen wir uns nichts vor: Ein etabliertes Haus wie der «Schweizerhof» von Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig auf der Lenzerheide – voll mit Schweizer Stammgästen und Familien – wird nicht unter den Spätfolgen von Bischofs kurzfristigem Heimatschutz leiden – auch das Park Hyatt in Zürich und das Motel One in Basel nicht. Leiden werden die unzähligen helvetischen Hotels zwischen Rorschach und Lutry, die von Gelegenheitsübernachtungen leben.

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