Die Geschäftsidee?
People-Analytix bietet neben einem vir­tuellen Karriereberater für Mitarbeitende eine ganzheitliche und dy­namische Darstellung der vorhandenen Skills und Lücken auf Mitarbeiter-, Team- und Unternehmensebene.

Wie ist sie entstanden?
Wir haben unsere Kundenzielgruppe nach ihrer grössten Sorge befragt.

Warum der Name?
Wir setzen auf künstliche Intelligenz (Analytics), um Menschen (People) im Einklang von persönlichen Zielen und Unternehmenszielen zu entwickeln.

Woher stammt das Startkapital?
Von den Gründern in Form von ma­teriellen und immateriellen Assets. Nach der Gründung überzeugten wir Mica Ventures als Seed-Investor von der Idee, der Skalierbarkeit und vom Team.

Womit erzielen Sie die Umsätze?
Wir bieten Unternehmen unsere Dienstleistung in Form einer SaaS-­Lösung für eine Lizenzgebühr an.

Die Vision?
Wir bieten eine Lösung für die gesellschaftlichen Herausforderungen der sich schnell ändernden Arbeitswelt. Wir zeigen Skill Gaps auf und fördern die Entwicklung von Menschen und Unternehmen.

Die grosse Stärke?
Wir besitzen die wichtigen Zutaten für ein erfolgreiches HR-Tech-Unternehmen. Wir haben einen Konzeptansatz gewählt, bei dem die Datenhoheit beim Mitarbeitenden liegt (bottom up). Und wir haben ein starkes Team.

Die grösste Herausforderung?
Der grosse Balanceakt, neue Kunden zu gewinnen, Investoren zu finden, das Produkt weiterzuentwickeln und das Team stetig zu stärken.

Der bisher grösste Erfolg?
Wir konnten in kurzer Zeit grosse ­Unternehmen wie Axa oder Swisscom gewinnen und onboarden.

Das Überraschendste bisher?
Die Bekanntheit, das Interesse und die Begeisterung für unsere Lösung nach so kurzer Zeit.

Der nächste Schritt?
Uns steht die Internationalisierung ­bevor. Wir können unser Produkt weltweit vertreiben. Dafür benötigen wir neues Kapital. Wir planen daher eine Series-A-Runde im vierten Quartal dieses Jahres.

«Wie gut ist das skalierbar?»

Roland Zeller, Innuvik Ventures:

«Derzeit reden alle von der digitalen Transformation in der Arbeitswelt, von daher ist die Zeit reif für eine Firma wie People-Analytix. Die Kombination der Themen HR und Deep Learning gefällt mir, und auch das Tool, das People-Analytix entwickelt hat, finde ich cool: Es hält dem Mitarbeiter den Spiegel vor und gibt ihm Feedback, wo er noch Lücken hat und wo er arbeitsmarktfähig ist. Das Ganze sieht sehr ausgereift und benutzerfreundlich aus.

Die drei Gründer machen mir einen guten Eindruck, sie haben den richtigen Background für so ein Start-up. Was mir nicht so gefällt: Nur einer arbeitet hauptberuflich fürs Unternehmen, die anderen haben noch einen weiteren Job. Aber immerhin haben sie es geschafft, in 20 Monaten bereits drei Kunden zu gewinnen, die das Tool jeden Tag benutzen – das hat mich beeindruckt. Das grosse Fragezeichen für mich ist das Umfeld: Für HR, Recruiting, Leistungsbewertung gibt es ganz grosse Anbieter wie SAP – reicht da die Nischenanwendung von People-Analytix? Wie gut ist sie skalierbar? Und lohnt es sich, dafür eine weltweite Distribution aufzubauen? Vielleicht müsste sich die Firma rasch von einem der grossen Player übernehmen lassen.»

ROLAND ZELLER

Roland Zeller gründete einst Travel.ch. Heute führt er Innuvik Ventures und ist VR in zahlreichen Start-ups.

Quelle: ZVG

«Schafft es die Firma allein?»

Dominique Mégret, Swisscom Ventures:

«Die Idee von People-Analytix ist spannend. Wir bei Swisscom benutzen diese Software, um die Skillsets der Organisation zu verstehen und Lücken zu identifizieren. Das Produkt ist schon recht ausgereift und bildet etwa 80 Prozent unserer Jobprofile ab. Dass eine solche Early-Stage-Firma ihre Software bereits bei drei Konzernen implementiert hat, ist nicht selbstverständlich. Das Geschäftsmodell skaliert gut bei grossen Kunden, auch international. Vorausgesetzt, People-Analytix schafft zwei Herausforderungen. Erstens, sich gegen grosse Player wie SAP durchzusetzen. Und zweitens, beim Kunden eine Transformation im Denken auszulösen. Denn für den erfolgreichen Roll-out braucht es eine interne Marketingkampagne – schliesslich mag es nicht jeder Mitarbeiter, wenn Transparenz über seine Skills oder Lücken geschaffen wird. Die reine IT-Integration ist hingegen relativ einfach.

Das Team ist bodenständig, erfahren und kommt aus dem richtigen Umfeld für B2B-Software. Insgesamt hat People-Analytix eine Berechtigung im Markt und wird wachsen können. Mittelfristig wird sich die Frage stellen: Schafft es die Firma allein, oder muss sie sich übernehmen lassen, um richtig wachsen zu können?»

DOMINIQUE MÉGRET

Dominique Mégret ist als Head of Swisscom Ventures verantwortlich für die Start-up-Beteiligungen des Carriers.

Quelle: ZVG