Der Hauptsitz des Kudelski-Konzerns ist in Phoenix, Arizona, und in Cheseaux-­sur-Lausanne VD. Wie oft sind Sie zwischen den USA und Europa unterwegs?

André Kudelski: Ich habe die Transatlantikflüge noch nie gezählt. Alle drei, vier Wochen bin ich für ein paar Tage in der Schweiz, den Rest in den USA oder sonst wo auf der Welt.

Haben Sie einen Tipp gegen den Jetlag?

Viel Schlaf und ein gutes Glas Rotwein.

Aus dem Waadtland, Ihrer Heimat?

Ja, zum Beispiel. Es gibt aber auch im Bündnerland oder anderswo guten Rotwein. Wein ist eine meiner Leidenschaften. Ich habe einen privaten Weinberg bei Lutry, dort habe ich Chasselas angebaut. Von den 800 Flaschen bleiben jedes Jahr auch ein paar für die Familie.

Anzeige

Sie sind Winzer, sitzen in Verwaltungs­räten, in Vorständen und führen als ­Präsident und als CEO einen Milliardenkonzern. Dann sind Sie auch noch ­Präsident von Innosuisse, der Agentur 
für Innovationsförderung des Bundes. Wie bringen Sie diese Jobs in einem 24-Stunden-Tag unter?

Mein Hauptaugenmerk liegt auf Kudelski, das ist klar. Dann habe ich Mandate abgegeben, um mich bei Innosuisse enga­gieren zu können, darunter jenes beim Flughafen Genf-Cointrin oder bei der Bank HSBC (Schweiz); bei Economie­suisse sitze ich nicht im Vorstandsbüro, sondern in einem Fachgremium mit siebzig Mitgliedern. Bei Innosuisse haben wir klar geregelt, was der Verwaltungsrat tut und was das Management. Die Hauptlast bleibt beim Management.

Wie wäre es, wenn Sie das Doppelmandat aufgeben und sich aufs Präsidium oder auf den CEO-Posten konzentrierten?

In den USA und speziell in der Tech-­Branche sind Doppelmandate nichts Aussergewöhnliches. Zudem ist es nicht so, dass ich sämtliche Geschäftsfelder auch operativ führe. Im Übrigen sind Doppelmandate gerade in Umbruchphasen hilfreich, weil man damit sehr schnell entscheiden kann.

Ihr Pensum ist enorm. Suchen Sie ständig nach neuen Herausforderungen?

Davon habe ich in meinem Berufsleben eigentlich genug. Ich verbrachte als Fachoffizier viele Jahre im Militärdienst, was mir viele Erfahrungen einbrachte. In der Schweiz gibt es viele Leute, die sich für die Weiterentwicklung des Landes einbringen und so etwas zurückgeben. Bei Innosuisse geht es mir genauso. Zudem ist dieses Präsidium für mich auch eine Art Weiter­bildung, indem ich nahe bei der Politik und der Forschung bin.

Ein gut bezahltes Amt?

Es gibt einen bescheidenen Betrag. Mir geht es nicht um Einkommensmaximierung, da wären Verwaltungsratsmandate einträglicher. Gleichzeitig haben wir den Anspruch, sehr effizient zu sein, denn sämtliche Mitglieder des Innosuisse-VR sind vielbeschäftigte Leute. Wenn wir ein Board-Meeting haben, starten wir um ­sieben Uhr und schliessen am Mittag ab; ­Video-Conferencing macht es einfacher.

Sie kennen die Tech-Szene in den USA. Weshalb ist das Land viel innovativer als die Schweiz?

Die USA profitieren vom riesigen Binnenmarkt. Dann gibt es viele Venture Capitalists, die nach Investitionsmöglichkeiten Ausschau halten. Schliesslich gibt es sehr kapitalkräftige staatliche Organisationen, die Milliarden in die Forschung stecken.

André Kudelski

André Kudelski ist Präsident und CEO der Kudelski Group, Präsident von Innosuisse, Vorstand von Economiesuisse und sitzt in weiteren Verwaltungsräten. Der studierte Physiker EPFL, 59, arbeitete unter anderem als Ingenieur im Silicon Valley. Seit 1987 ist er CEO der Tech-Gruppe Kudelski.

Woran denken Sie?

Ganz wichtig ist die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa). Das Jahresbudget der Darpa, die dem US-­Verteidigungsministerium unterstellt ist, beträgt 3,5 Milliarden Dollar. Die Agency spricht Gelder für disruptive Techno­logien, etwa im Bereich Computertechnologie oder Cyber Security. Viele Projekte aus dem US-Militär sind kommerzielle ­Erfolge der Privatwirtschaft geworden.

Was fehlt der Schweiz?

Im Gegensatz zu den USA ist das Risikokapital hier bescheiden. Dann wird lamentiert, wenn jemand strauchelt. In den USA werden Erfolge gefeiert und Miss­erfolge schnell vergessen. Wer in den USA falliert, zieht daraus seine Schlüsse und macht es beim zweiten Mal besser. Mit meiner Erfahrung will ich einen Betrag leisten, damit sich diese Denkart ändert. Und dass die Notwendigkeit zur Verän­derung erkannt wird.

Steve Jobs sagte an der Stanford University zu Studienabgängern: «Stay hungry, stay foolish». Gilt das auch für André Kudelski?

Absolut. Und: Lass dich nicht durch Grenzen aufhalten. Schliesslich würde es nichts schaden, wenn Studierende in der Schweiz etwas mehr Geschäftssinn an den Tag ­legten. In den USA denken die Studenten: Ich sehe eine Businesschance – wie setze ich sie um? In der Schweiz dagegen will man zu oft zuerst ein Problem lösen und überlegt sich erst später, ob daraus vielleicht noch ein Geschäft zu machen wäre. Gerade in der Digitalwelt sehe ich im­mense Chancen. Allerdings sollten wir die Studierenden nicht für die existierenden Industrien begeistern, sondern für jene, die noch gar nicht existieren, etwa die Artificial Intelligence. Hier sollten wir vorangehen, denn in der Digitalwelt lautet das Prinzip: The winner takes it all. Wer zu spät kommt, für den bleibt unter Umständen nicht viel übrig. Zur digitalen Avantgarde zu gehören, ist nicht wünschenswert, sondern eine Voraussetzung.

«Nur wenn man in gewissen Feldern zuvorderst spielt, wird man als möglicher Partner ernst genommen.»

Konzerne wie Amazon, Facebook oder Google sind auf dem Vormarsch. Welche Businesschancen bleiben der Schweiz?

Es genügt nicht, wenn die Schweiz zum Anwender ausländischer Technologien wird. Smart Follower zu sein, reicht nicht. Die Schweiz muss eine eigene Exzellenz aufbauen. Es muss nicht alles in der Schweiz entwickelt werden, aber zumindest bei einigen Schlüsseltechnologien müssen wir ganz vorne sein und Bahn­brechendes auf den Weltmarkt bringen. Es geht auch um die Reputation als Technologie-Leader. Nur wenn man in gewissen Feldern zuvorderst spielt, wird man als möglicher Partner ernst genommen.

Wo ansetzen?

Wir sind stark bei Innovationen, die etwas weiterentwickeln, optimieren, etwas effizienter machen. Beim grossen Wurf, beim Disruptiven sind wir zu schwach. In der digitalen Welt aber muss man ab und zu in grossen Dimensionen denken und Sprünge statt kleine Schritte ins Auge fassen – etwa bei der Artificial Intelligence, dem Internet of Things (IoT) oder der Cyber ­Security. Da stellen sich ganz neue Fragen.

Die Kudelski Group

André Kudelskis Vater Stefan gründete Anfang der 1950er Jahre eine Technologiefirma. Er entwickelte Aufnahmegeräte wie das berühmte «Nagra» und Videorekorder. Später wurde das Geschäft auf Zugangssysteme (Skidata), ins Digital-TV und auf Cyber-Security verlagert. Der Umsatz der Kudelski-Gruppe beträgt 920 Millionen Dollar, letztes Jahr wies man einen Verlust aus.

Nämlich?

Wenn mein Mail gehackt wird, ist das ­lästig oder ärgerlich; wenn jemand mein Auto beim Fahren hackt, kann es tödlich enden. Nämlich dann, wenn er den Wagen über eine Klippe steuert.

Braucht es für diesen Weckruf den Staat – und die Innovationsagentur Innosuisse? Privatfirmen kennen die Bedürfnisse der Märkte viel besser.

Innosuisse will nicht bestimmen, wer was zu tun hat. Wir sagen, wo es welche Pro­bleme gibt und worauf wir uns fokussieren sollten. Wir legen also den Finger auf ­Themen, die adressiert werden müssen. Dann ist zu bedenken, dass die Schweizer Industrie oft nicht die kritische Masse hat, um ein grundlegendes Problem im grossen Stil zu lösen. Nehmen wir Israel: Das Land hat in Sektoren wie Sicherheits­technologie sehr viel investiert und mit Anreizen die Forschung intensiviert – jetzt gehört das Land bei diesen Themen zu den globalen Technologieführern. Gerade bei der Cyber Security steht der Kleinstaat Israel mit den USA an der Spitze.

Sie plädieren für staatliche Industriepolitik?

Nein, wir möchten Aufmerksamkeit schaffen, anstossen, motivieren, koordinieren und die Unis näher zur Privatwirtschaft bringen. Oder wir schaffen Anreize, damit Private stärker in gewisse Technologien investieren. Ich rede nicht von Innovationen zum Optimieren, sondern von Bahnbrechendem, Revolutionärem.

Innosuisse

Die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung ist seit Anfang 2018 aktiv. Innosuisse folgte auf die KTI, André Kudelski ist ihr Präsident. Im Vordergrund steht die Förderung der Energieforschung und der Digitalisierung. Zudem werden Startups in der Anfangsphase sowie Forschungsprojekte unterstützt. Wichtig ist auch die Vernetzung von Wissenschaft und Privatwirtschaft.

Ihr Vater gründete den Kudelski-Tech-­Konzern 1951, Sie übernahmen 1991. ­Weder Ihrem Vater noch Ihnen wäre es in den Sinn gekommen, nach staatlicher ­Unterstützung Ausschau zu halten, richtig?

Ich rede nicht von staatlichen Förder­geldern, ich rede davon, das ungeheure Wissen in den Hochschulen schneller und zielgerichteter in die Privatwirtschaft zu bringen. Das kennt man aus den USA: Google wuchs aus der Forschungsarbeit der Stanford University.

In Medienberichten wird kritisiert, dass die Verwaltungskosten bei Innosuisse laufend ansteigen, auf mittlerweile 9,5 Millionen Franken für 2018. Im Vergleich zu 2016 ist das eine Verdreifachung. Weshalb?

Die in den Medienberichten verwendeten Zahlen sind falsch und entsprechen nicht der Realität. Innosuisse hatte 2018 Verwaltungskosten in der Höhe von 16,2 Millionen Franken. Dies entspricht einem Anteil von 8,5 Prozent am Gesamtaufwand. Im Vergleich dazu beliefen sich die Verwaltungskosten der Vorgängerorganisation Kommission für Technologie und Innovation (KTI) 2016 auf 19,3 Millionen – also auf 8,5 Prozent des Gesamtaufwands. Im Jahr 2017 waren es 19,1 Millionen Franken, also 8,3 Prozent des Gesamtaufwands.

Das heisst: kein Anstieg?

Die Funktionskosten von Innosuisse sind auch im Verhältnis zu den Gesamtaus­gaben gegenüber ihrer Vorgängerorganisation nicht gestiegen. Und dies, obwohl der Agentur im Zuge der vom Parlament beschlossenen Reorganisation von der KTI zu Innosuisse zusätzliche Aufgaben auferlegt wurden, insbesondere die Übernahme der Leitung des Enterprise Europe Network (EEN) und die Notwendigkeit, eigene Teams für die Durchführung der Unterstützungsfunktionen wie Personal, Finanzen und IT zu bilden. Diese Reorganisation hat zu einer Erhöhung der Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 37,8 Vollzeitstellen im Jahr 2017 auf 47,3 im Jahr 2018 geführt, einschliesslich des Transfers von sechs EEN-Mitarbeitenden von Euresearch zu Innosuisse.  

Gleichzeitig werden weniger Fördergesuche eingereicht. Geht diese Rechnung auf?

Fakt ist, dass wir zurzeit bei den Innova­tionsprojekten einen tiefen Gesuchs­eingang haben, was uns beunruhigt: Da Innosuisse dank dem Entscheid des Bundesrats mit dem Budgetüberschuss 2018 nicht nur ihre Reserven von maximal 10 Prozent äufnen, sondern auch noch einen Gewinnvortrag von 11,5 Millionen Franken behalten durfte, verfügt sie für 2019 über ein erfreulich hohes Förderbudget. Zwar ist ein Anziehen der Gesuche auszumachen, doch braucht es in den nächsten Monaten einen hohen Gesuchszuwachs, wenn das Budget 2019 ausgeschöpft werden soll.

Weshalb der Rückgang?

Wie dies bei vielen Transformationen der Fall ist, hat die Umwandlung von der KTI zur Innosuisse offenbar zu einer gewissen Verunsicherung bei den Gesuchstellern geführt, beispielsweise was die Abläufe allgemein, die Förderbedingungen und die Evaluationsprozesse angeht. Dies hat eine Anfang 2019 in Auftrag gegebene ­externe Studie bestätigt.

Was tut Innosuisse dagegen?

Innosuisse hat in den vergangenen Monaten und Wochen viel unternommen, um Verbesserungen beim Gesuchsablauf oder im Bereich Kommunikation umzusetzen. Insbesondere konnten auch die Antwortzeiten auf die Werte der KTI reduziert werden. Nachdem nun die genannten Verbesserungen vorgenommen wurden, kann ich den Gesuchstellenden nur ausdrücklich empfehlen, ihr Projekt bei Innosuisse einzureichen, den dies ist die Voraussetzung, um Unterstützung zu erhalten. Die Chancen sind heute hoch, dass gute Projekte bewilligt werden, insbe­sondere disruptive und solche mit sehr hohem Potenzial.

«Das heutige Forschungssystem in der Schweiz fördert evolutionäre Entwicklungen, aber wir müssen den Forschern die Möglichkeit geben, radikaler zu denken.»

Also sich umgehend bewerben?

Für ein Zuwarten gibt es keine Gründe mehr, im Gegenteil, man sollte nicht zu lange warten, da sich im Gegensatz zu 2018 in den letzten Monaten ein Trend zu einer steigenden Nachfrage abzeichnet. Es gibt in der Schweiz den Nationalfonds, dieser spricht jedes Jahr Forschungsgelder in Milliardenhöhe. Richtig. Dazu kommen 200 Millionen von Innosuisse. Das ist ein guter Start. Es geht darum, mit diesem Geld disruptive Kapazitäten zu ermöglichen. Das heutige Forschungssystem in der Schweiz fördert evolutionäre Entwicklungen, aber wir müssen den Forschern die Möglichkeit geben, radikaler zu denken. Wir haben auch unsere Disruptionen durchgemacht.

Bei der Kudelski Group?

Mein Vater begann mit dem Bau von Tonbandgeräten, dann entwickelten wir uns zum Digital-TV. Wir haben uns mehrmals neu erfunden. Profitiert haben wir übrigens von herausragenden Forschern der ETH in Zürich und der EPFL in Lausanne. Gerade jetzt stecken wir wieder in einer tief greifenden Transformationsphase. Die Firma Kudelski steht in einem ­schwierigen Umfeld. Der Umsatz ist ­rückläufig, das Ergebnis ist rot, der ­Aktienkurs enttäuschend. Wir haben eine langfristige Vision. Kurzfristig die Profitabilität optimieren und ­dafür gnadenlos die Kosten senken würde die Gruppenentwicklung gefährden. Stattdessen investieren wir dort, wo künftiges Wachstum stattfindet. Dazu gehört Cyber Security, wo wir ein globaler Keyplayer sein wollen. Ein weiteres Feld sehe ich bei IoT. Hier geht es darum, die reale Welt mit dem Cyberspace zu verbinden. Da investieren wir ebenfalls. Dieser Umbau verschlingt Geld und Zeit. Man muss ab und zu geduldig sein. Jetzt sind wir in der letzten Phase der Transformation.

Mit IoT haben Sie letztes Jahr gerade mal 1,9 Millionen Umsatz gemacht. Die Zukunft ist in weiter Ferne.

Das ist ein Anfang. Bei IoT sind noch viele Sicherheitsfragen ungelöst. Das Gute ist, dass man das IoT-System durch die Wahl der Architektur, durch das Design schon von vornherein gegen Angriffe schützen kann. Der Nachteil ist, dass man vorinvestieren muss und erst später Geld verdient. Wir haben vor ein paar Monaten eine sichere IoT-Plattforma lanciert. Dieses Thema hat grosses Potenzial, aber die Risiken sind immens. Da ist es theoretisch möglich, die Strom- oder Wasserversorgung oder die Telekommunikation für eine Woche lahmzulegen. Damit könnte man riesigen wirtschaftlichen Schaden auslösen.

Auch bei Ihrem Kerngeschäft Digital-TV sind Sie unter Druck. Da rücken Ihnen die Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime Video oder Facebook auf den Leib.

Die Rede ist von Cord Cutting, vom ­Abschneiden der Verbindung zu Ihrem klassischen Pay-TV-Geschäft. Es gibt grosse Unterschiede. In den USA ist Cord Cutting im Gang. In Europa ist dieser Trend viel weniger stark. Insgesamt sehen wir beim klassischen Digital-TV tatsächlich einen Rückgang, aber wir sind auch beim Internet-TV aktiv, dieses Geschäft wächst. Dann sehe ich auch Chancen für Kooperationen: beispielsweise mit Netflix, hier wachsen wir ebenfalls.

Wie schützen Sie sich gegen Internet-­Attacken?

Wir haben das Produkt Homescout entwickelt. Das ist eine Software für den Router zu Hause. Homescout überprüft laufend, ob Angriffe von aussen stattfinden. Die ­Architektur von Computern ist leider nicht so, dass diese vor Angriffen geschützt ­wären. Das heisst, wir müssen ständig kontrollieren, ob Attacken stattfinden, um im Bedarfsfall möglichst schnell reagieren zu können. Nur ist das nicht ganz einfach. Wird ein Unternehmen angegriffen, dauert es heute in der Regel 150 Tage, bis man dies überhaupt erst merkt. Wenn also Daten gestohlen werden, kann der Schaden sehr gross werden.

Wie schützen Sie sich persönlich gegen Spionageangriffe, wenn Sie in Länder mit hohem Spionagerisiko reisen?

Ich reise mit einem speziellen Computer, auf dem ich nur beschränkt Daten habe. Das ist wie beim Reisen in ein unsicheres Land: Dann nehmen Sie auch weniger Geld und Dokumente mit. Und verteilen diese auf mehrere Taschen.

Gilt Ihre Spezialvorsicht auch für Israel?

Ich würde vermuten, dass es auch in Israel kluge Köpfe gibt, die wissen, wie man sich einen Konkurrenzvorteil verschafft (lacht).

Vor dem Platzen der Tech-Blase im Jahr 2000 stand der Kudelski-Aktienkurs bei 250 Franken, heute sind es 6 Franken. Quält Sie nicht manchmal der Gedanke: Mensch, André, weshalb habe ich damals nicht das Unternehmen verkauft?

Nein. Ich bin glücklich, dass ich jeden Tag neue Herausforderungen zu bestehen habe. Es ist nicht in meiner DNA angelegt, vor Problemen zurückzuschrecken oder aufzugeben. Sie spornen mich eher an.