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Medien im Wandel
Das Schweizer Spotify für Nachrichten

Digitaler Medienkonsum
Medien im Wandel: Nachrichten werden immer häufiger auf digitalen Plattformen gelesen. Quelle: Getty Images

Nachrichten werden zunehmend digital und «on demand» konsumiert. Dafür gibt es bald eine neue Plattform aus der Westschweiz.

Veröffentlicht am 14.08.2018

Dank Algorithmen schlägt Spotify seinen Nutzern neue Titel vor, die ihrem Musikgeschmack entsprechen. Nach dem Vorbild des schwedischen Musikstreaming-Dienstes bekommen Zeitungsleser künftig interessante Artikel aus der französischsprachigen Presse präsentiert. Die neue Plattform namens Timoty wird im September lanciert, wie der «Figaro» aus Frankreich berichtete. Zunächst werden nur Zeitungen aus der Westschweiz angeboten.

Timoty soll die Art und Weise revolutionieren, wie Nachrichten konsumiert werden. Vor allem sollen die bezahlten Medien in der französischsprachigen Schweiz belebt und das herkömmliche Zeitungsabo-Modell überholt werden. Hinter dem Projekt stehen Fathi Derder, ehemaliger Chefredaktor der Schweizer Wirtschaftszeitung «L'Agefi» und Waadtländer Nationalrat, der Walliser Nationalrat Philippe Nantermod und Start-up-Gründer Gregory Logan. 

Für Derder ist nicht die Medienbranche in der Krise, sondern die Vertriebsform. Mit der Timoty will er diese nun revolutionieren und auf die Bedürfnisse der Nachrichtenkonsumenten zuschneiden. Timoty soll insbesondere regionale Nachrichten hervorheben und so richtet die Auswahl der Artikel etwa nach dem Standort des Nutzers aus. 

Nachrichten à la carte

Als Modell dient aber nicht nur Spotify, sondern vor allem die australische Plattform «Inkl», die rund 40 englischsprachige Titel im Angebot hat oder das niederländische Medien-Startup «Blendle». Geplant ist ein Abonnement von 10 Franken pro Monat mit Zugang zu einer begrenzten Anzahl von Artikeln bzw. 20 Franken für den vollen Zugang. 

Das entspricht dem, was Schweizerinnen und Schweizer derzeit monatlich für Zeitungen bzw. Online-Medien ausgeben, nämlich durchschnittlich 15 Franken. Die Einnahmen würden mit den Verlagen abgerechnet, je nachdem wie häufig ihre Artikel gelesen wurden. Timoty selbst, das werbefrei sein soll, würde eine Marge von 20 Prozent behalten. Im ersten Jahr haben sich die Gründer 5.000 Abonnements zum Ziel gesetzt.

(mlo)

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