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Finanzlexikon

Devisenkurs

Definition

Der Devisenkurs ist der Kurs an der Börse, zu dem eine ausländische Währung gekauft oder verkauft werden kann. Eine Devise wird zu einem Geldkurs (Bid) gekauft und zu einem Briefkurs (Ask) verkauft.

Hintergrund

Die Differenz von Geld- und Briefkurs bezeichnet man als Spread, der den Börsenmaklern bzw. Banken zufällt. Bei einem Devisenkurs wird zwischen Preis- und Mengennotierung unterschieden. Eine Preisnotierung bestimmt den Preis einer inländischen Währung, der für eine ausländische Währung bezahlt werden muss. In der umgekehrten Perspektive, der Mengennotierung, wird bestimmt, welche Menge an ausländischer Währung für eine inländische Währung aufgebracht werden muss. Seit der Euroeinführung in der EU gilt die Mengennotierung. Das heisst, die Devisenkurse für die wichtigsten Währungen werden auf einen Euro bezogen.

Feste Wechselkurse

Die Devisenkurse sind eine entscheidende Basis für die Preiskalkulation im internationalen Handel und Kapitalverkehr. Ein Unternehmen muss bisweilen sogar Verluste hinnehmen, wenn bei Wechselkursschwankungen mehr inländische Währung zur Bezahlung beschafft werden muss. Diese Schwankungen lassen sich durch feste Wechselkurse eindämmen. Dafür muss aber eine Instanz in Aktion treten, die dafür sorgt, dass Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht bleiben. Diese Instanzen sind die Zentralbanken, die durch Ankäufe oder Verkäufe von Devisen mittels Devisenmarktinterventionen feste Wechselkurse anstreben. Diese Aufgabe kann jedoch die Zentralbanken dabei behindern, eine autonome und auf Preisstabilität ausgerichtete Geldpolitik zu betreiben. Viele Länder halten ihre Devisenkurse trotzdem in einem festen Verhältnis zu einer anderen Währung. Zum Beispiel zum US-Dollar. Mit festen Wechselkursen soll mehr Vertrauen in die inländische Währung geschaffen werden. In manchen Ländern wird die ausgegebene Geldmenge immer durch bestimmte Devisenreserven abgedeckt. Dies wird auch Currency Board genannt. Ein Currency Board zielt darauf ab, die Stabilität der sogenannten „Ankerwährung“ vom Ausland ins Inland zu importieren. Für dieses Ziel wird bewusst auf autonome Entscheidungsräume für eine nationale Geldpolitik verzichtet.