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Finanzlexikon

Hang-Seng

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Definition

Der Hang-Seng bzw. Hang-Seng-Index (Börsenkürzel: HSI) ist der führende Aktienindex in der Volksrepublik China. Der HSI umfasst 45 ausgewählte Blue-Chip-Unternehmen, die rund 70 Prozent der Marktkapitalisierung der Aktienbörse Hongkongs (Hong Kong Stock Exchange) abbilden. Der Hang-Seng wird seit 1969 publiziert.

Hintergrund

Der Hang-Seng wird von der HSI Services Limited herausgegeben, die zur Hang-Seng-Bank gehört. Die Hang-Seng-Bank ist wegen ihrer Marktkapitalisierung die zweitgrösste Bank in Hongkong. Um den Hang-Seng übersichtlicher und klarer zu strukturieren, wurde er seit 1985 in vier Unterindizes aufgeteilt. Für viele Jahre bestimmte nur die Marktkapitalisierung die Gewichtung des Index. Erst seit 2006 ist der Streubesitz ein weiteres Kriterium der Berechnung. Für die Aufnahme in den Index muss ein Unternehmen zu den 90 Prozent am besten aufgestellten Unternehmen des Hong Kong Stock Exchange (HKEx) gehören. Die Zusammensetzung der Unternehmen des Index wird von der HSI Services Limited jedes Quartal neu überprüft.

Geschichte

Der Hang-Seng-Index wurde am 24. November 1969 dem Markt vorgestellt und bis zum 31. Juli 1964 (Basiswert = 100) „zurückgerechnet“. Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Index war der 2. Februar 1973, als er 1‘098,86 Punkte erreichte und zum ersten Mal die 1‘000-Punkte-Marke knackte. Mit der Ölkrise im selben Jahr kam die weltweite Rezession und der Hang-Seng stürzte fast ins Bodenlose. Ende 1974 erreichte er einen Tiefststand von 150,11 Punkten. Das entsprach einem Rückgang gegenüber März 1973 von über 90 Prozent. Erst am 12. Juni 1981 konnte der Index mit dem Stand von 1‘780,55 Punkten wieder über dem Rekordergebnis von 1973 rangieren. Ein paar Jahre später beendete der Hang-Seng den Börsentag am 19. Oktober 1987 mit einem Höchststand von 3‘362,39 Punkten. Kurz darauf folgte mit dem „Schwarzen Montag“ in New York ein dramatischer Kurseinbruch. Als Schadensbegrenzung blieb die Hong Kong Stock Exchange eine ganze Woche geschlossen. Am Börsentag des 26. Oktober 1987 büsste der Hang-Seng über 30 Prozent ein. Das war bis dato der höchste Tagesverlust seiner Geschichte. Drei Jahre nach dem „Schwarzen Montag“ konnte der Index die Verluste wieder wettmachen und erreichte mit dem Punktestand von 3‘363,49 wieder das Niveau vor dem Börsenabsturz. Im Dezember 1993 schloss die Börse mit 10‘228,11 Punkten erstmals über der magischen Grenze von 10‘000 Punkten. Während der Asienkrise fiel der HSI im Sommer 1998 auf rund 6‘000 Punkte. Das entsprach im Verlauf eines Jahres einem Rückgang um rund 60 Prozent. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase stürzte der Hang-Seng im April 2003 auf einen Tiefststand von 8‘400 Punkten. Nach einer Erholungsphase begann der HSI während der internationalen Finanzkrise ab 2007 wieder zu sinken. Die Ankündigung von Anleihekaufaktivitäten der Zentralbank der EU, der Fed und der Bank of Japan lösten eine Erholung der Kurse an der Hongkonger Börse aus. Anfang 2013 schloss der Index wieder mit über 23‘000 Punkten ab.