Dieser Montag war doch ein spezieller Börsentag in den USA: Der Tech-Index Nasdaq Composite sprang um gut 2 Prozent nach oben und erreichte den höchsten Stand aller Zeiten – die ganze Coronavirus-Krise scheint hier überwunden.

Zugleich erreichten die vier grössten Tech-Konzerne Amerikas eine neue Benchmark: Alphabet, Amazon, Apple und Microsoft sind nun wieder alle mehr als 1000 Milliarden Dollar wert. Die höchste Marktkapitalisierung erreicht Apple (1640 Milliarden Dollar), gefolgt von Microsoft (1610 Milliarden), Amazon (1520 Milliarden) und Google-Mutter Alphabet (1020 Milliarden Dollar).

Vom Trend profitierte auch Facebook, das nach einem Plus von 3 Prozent den grössten Teil seines Boykott-Rückschlags ausbügeln konnte. Die Aktie war ja von gut 240 bis auf 216 Dollar gefallen, nachdem grosse Konsumgüter-Konzerne begonnen hatten, wegen der Hass-Stimmung Werbegelder aus den Sozialen Medien abzuziehen.

Inzwischen aber notiert der Facebook-Titel wieder bei knapp 234 Dollar – also höher als zu Jahresbeginn beziehungsweise als vor dem Coronavirus-Crash im Februar.
 

Tesla Aktie Juli 2019 Juli 2020

Entwicklung des TSLA-Kurses vom 8. Juli 2019 bis zum 7. Juli 2020.

Quelle: HZ
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Der Run auf Zukunftstitel zeigte sich auch einmal mehr bei Tesla – plus 13 Prozent am gestrigen Tag. In nur fünf Handelstagen legte die Aktie des Automobil-Bauers um fast 43 Prozent zu.

Auslöser des jüngsten Sprungs war die Bekanntgabe, dass Tesla im zweiten Quartal 90'000 Fahrzeuge auslieferte – deutlich mehr, als von den Analysten erwartet worden war. Auch die Aktien anderer Alternativ-Fahrzeug-Hersteller zogen steil nach oben.

Tech-Giganten fürchten Sicherheitsgesetz in Hongkong

Aus Angst vor dem neuen Gesetz «zum Schutz der nationalen Sicherheit» gehen grosse Internetkonzerne auf Distanz zu der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong. Die populäre Videoplattform TikTok kündigte an, sich vom Hongkonger Markt zurückzuziehen.

Das chinesische Mutterhaus ByteDance bestätigte, dass der internationale TikTok-Dienst «angesichts der jüngsten Ereignisse» in Hongkong eingestellt werde. Die zensierte und in der kommunistischen Volksrepublik verfügbare chinesische Plattform-Version «Douyin» werde in der Hafenmetropole aber weiter betrieben.

Internationale Internetkonzerne und Chatplattformen wie Facebook, WhatsApp, Google, Twitter und Telegram kündigten an, mögliche Anfragen Hongkonger Behörden nach Benutzerdaten vorerst nicht zu beantworten. Facebook teilte mit, vor weiteren Entscheidungen zunächst Menschenrechtsexperten über die Auswirkungen des neuen Gesetzes konsultieren zu wollen.

Wenn die Unternehmen nicht kooperieren, könnten ihre Dienste in Hongkong wie auch heute schon in der Volksrepublik geblockt werden.

Das Gesetz sieht vor, dass Dienste-Anbieter auf Anfrage «Identifikationsnachweise oder Hilfe bei der Entschlüsselung zur Verfügung stellen» müssten. Das drakonische Gesetz richtet sich gegen Aktivitäten, die aus Pekinger Sicht als separatistisch, subversiv und terroristisch betrachtet werden. — (sda/tdr)

(rap – H/T, mehr: CNBC).