An der Wall Street in New York herrschte am Freitag gute Stimmung, ebenso wie zuvor schon an den grossen Aktienmärkten in Europa. Auftrieb gab den Börsenbarometern, dass die Angst vor einem Wirtschaftsabschwung nachliess. 

In New York schloss der Dow-Jones-Index 1,2 Prozent fester bei 32.151,71 Punkten und für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,5 Prozent auf 4067,36 Punkte nach oben. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 2,2 Prozent auf 12.588,29 Zähler. 

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Fed-Gouverneur Chris Waller erklärte am Freitag in einer Rede in Wien, dass die Sorge vor einer Rezession schwinde. Vor diesem Hintergrund könne die US-Notenbank ihren aggressiven Zinskurs fortsetzen. «Auf der Basis meines jetzigen Wissens unterstütze ich eine deutliche Anhebung auf unserem nächsten Treffen», sagte Waller. Er sitzt im Führungsgremium der Federal Reserve und entscheidet über die Geldpolitik mit.

Technologietitel profitierten von der nachlassenden Konjunktursorgen und legten teilweise deutlich zu. Die Aktien von Zscaler schnellten an der Nasdaq-100-Spitze um fast 22 Prozent in die Höhe. Der Spezialist für Informationssicherheit in der Cloud hatte mit seinen Geschäftszahlen positiv überrascht und einen starken Ausblick präsentiert. Zweitbester Wert im Index waren die Anteilsscheine von Docusign, die um 10,5 Prozent anzogen. Der Anbieter von elektronischen Signaturen hatte nach unerwartet guten Ergebnissen seine Ziele aufgestockt.

Die Aktien des Computerzubehör-Herstellers Logitech verteuerten sich in Zürich um über vier Prozent. Und in Frankfurt setzten sich die Papiere des Elektronikhändlers Ceconomy unangefochten auf den Spitzenplatz im Kleinwerteindex SDax mit einem Plus von mehr als 17 Prozent.

Finanzwerte gefragt

Tesla-Anleger reagierten positiv auf Pläne des Konzerns, eine Lithium-Raffinerie in Texas zu errichten. Die Aktien legten 3,6 Prozent zu. In der möglichen Anlage an der Küste des US-Bundesstaats soll das für Autobatterien benötigte Metall bearbeitet werden. Damit würde Tesla die Versorgung mit einer der wichtigsten Komponenten zum Fahrzeugbau sicherstellen.

Die Aussicht auf steigende Zinsen gab vor allem den Finanzwerten Rückenwind, deren Erträge dadurch angekurbelt werden. Im US-Handel verteuerten sich die Titel von American Express und Visa um 3,2 beziehungsweise 2,2 Prozent. In der Schweiz ging es für die Credit Suisse 2,8 Prozent aufwärts und für die UBS rund 1,8 Prozent. In Frankfurt zogen Aktien der Commerzbank um 4,7 Prozent an und die der Deutschen Bank um 3,3 Prozent.

Anleger sehen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von rund 85 Prozent, dass die Fed bei der Sitzung in diesem Monat um weitere 75 Basispunkte anheben wird. «Wir haben mehr falkenhafte Kommentare von Zentralbanken nicht nur in den USA, sondern weltweit gesehen – von der Bank of England und der EZB», sagte Matthias Scheiber, globaler Leiter des Portfoliomanagements für Multi-Asset-Lösungen beim Vermögensverwalter Allspring. «Das sieht man an den kurzfristigen Zinsen.»

(Reuters/AWP/Ink)