Am Dienstagmorgen reagierte die Credit Suisse. Nach Tagen der Unsicherheit über die Verluste beim Hedge-Fonds Archegos beziffert die CS den Schaden mit 4,4 Milliarden Franken. Damit sind Befürchtungen eines noch höheren Verlustes nicht eingetroffen. Und das Gift für die Aktionäre, eine Kapitalerhöhung, versucht die CS mit einer Dividendnekürzung und einem Stopp der Aktienrückkäufe zu vermeiden.

CS-Aktionäre sind dennoch aufs Äusserste «angesäuert». Dies, weil die Geschäfte im bisherigen Jahresverlauf erfreulich gelaufen waren – und nun mit den Affären mit Archegos und Greensill mehr als zunichte gemacht wurden. Wahrscheinlich hätte die Aktie der Credit Suisse heute eine noch bessere Jahresperformance als diejenige der UBS. Deren Titel konnte im Jahresverlauf bislang knapp 15 Prozent zulegen. Bis Ende Februar hatte die CS-Aktie eine Jahresperformance von 13 Prozent verbuchen dürfen.

Nun sieht dies komplett anders aus. Die Aktie der CS liegt mit einem Minus von rund 11 Prozent abgeschlagen am Schluss der europäischen Grossbanken in diesem Jahr. Mehr noch: Sie ist fast die einzige Aktie überhaupt mit einer negativen Performance. 

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Die Tabelle zeigt eigentlich das Erwachen der Bankaktien aus ihrem jahrelangen Dornröschenschlaf. Denn das unverhoffte Anziehen der Marktzinsen in den letzten Monaten beflügelte ihr Geschäft. Die Spitzenreiterin – eine französische Investmentbank – profitierte mit ihrem Anstieg von fast 50 Prozent in diesem Jahr allerdings von Übernahmespekulationen. Die Aktie von ING, die UBS-CEO Ralph Hamers noch bis Juli des letzten Jahres geführt hatte, kommt auf eine Performance von fast 40 Prozent in diesem Jahr.

Womöglich hätte es die CS in die Top Ten geschafft, weil der Titel auch einigen Aufholbedarf hatte. Nun können Anleger nach der ersten Schadensbilanz am Dienstag die Situation noch nicht richtig beurteilen. 

Und jetzt die Langfrist-Wirkungen

Es ist wohl tatsächlich ein Trugschluss zu glauben, es gehe nun bei der CS-Aktie wieder fröhlich aufwärts. Denn Debakel wie Archegos und Greensill ziehen in der Regel weitreichende Konsequenzen nach sich. Analsysten der US-Bank J.P. Morgan nennen dabei: Kosten im Zusammenhang mit der Greensill-Affäre, Rückstellungen für drohende Rechtsstreitigkeiten oder mögliche strengere regulatorische  Anforderungen durch die Finanzmarktaufsicht. 

Nicht erwähnt sind: Der nicht messbare Vertrauensverlust bei Investoren, den sich die Bank durch die wiederholten Fehltritte eingebrockt hat. Und der Reputationsschaden, der sich negativ auf den Fluss von (Neu-)Kundengeldern auswirken wird.

Dieser Beitrag wurde zuerst auf «Cash.ch» publiziert unter dem Titel: «Diese Tabelle zeigt die ganze Misere der Credit Suisse».

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