Ausgangslage. C. und A.L. sind 68 und 69 Jahre alt. Das Renteneinkommen beträgt rund 105  000 Franken. Das Ehepaar bewohnt ein schuldenfreies Eigenheim mit einem Verkehrswert von rund 530  000 Franken. Das frei verfügbare Vermögen von 300  000 Franken ist in Wertschriften angelegt. Das Anlageziel ist neben einer ansprechenden Verzinsung auf Wert­erhaltung ausgerichtet. Das Paar ist über die grossen Verluste seit 2008 besorgt.

Währungsrisiko. Das Wertschriftenvermögen ist zu 70 Prozent in Euros, ­Dollars und britischen Pfund angelegt. Die hohe Gewichtung von Fremdwährungen birgt erhebliche Risiken. Diese Währungen verloren 2008 gegenüber dem Franken massiv an Wert – das Pfund 32, der Euro 11 und der Dollar 6 Prozent. Diese Verluste werden auch mit ­einer höheren Obligationenrendite nie kompensiert.

Versteckter Aktienanteil. Der Aktienanteil von rund 25 Prozent entspricht nicht dem angestrebten Anlageziel. Hier liegt auch ein Grund für die Kursverluste im vergangenen Jahr. Aktien verstecken sich hauptsächlich in den beiden Anlagestrategiefonds und sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen.

Inflationsschutz aufbauen. Die Zinsen befinden sich auf einem historisch tiefen Niveau. Als Folge der Krise ist die Geldmenge ohne reale Gegenwerte massiv angestiegen. Wir erwarten mittelfristig klar höhere Inflationsraten und steigende Zinsen. Bei Obligationenfälligkeiten empfehlen wir kurze Laufzeiten. Damit wird das Zinsänderungsrisiko reduziert, und die Kaufkraft bleibt weitgehend erhalten.

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Wie weiter? Um das Ziel der Wert­erhal­tung zu erreichen und die Kursschwankun­gen zu reduzieren, muss der Fremdwährungsanteil massiv reduziert werden. Ein Verhältnis von 70 Prozent Franken zu 30 Prozent Fremdwährungen ist sinnvoll. Der Aktien­anteil kann auf 15 Prozent reduziert werden. Hier bieten sich diversifizierte Anlagen in Form von kostengünstigen Indexfonds auf die Schweiz oder Europa an.

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