Ausgangslage: Das Ehepaar A. und F.H. mit zwei schulpflichtigen Kindern arbeitet in Teilzeit. Als Sparquote aus dem Erwerbseinkommen von 130'000 Franken werden 12'000 Franken in die Säule 3a einbezahlt. Das Vermögen umfasst nebst dem Wertschriftendepot (siehe unten) das Einfamilienhaus mit einem Verkehrswert von 1'750'000 Franken und einer Hypothekarschuld von 440'000 Franken. Als Bargeldreserve verfügt das Ehepaar über 165'000 Franken. Als Anlagestrategie gilt volle Risikobereitschaft mit «buy and hold».

Wenig Übersicht: Das Depot umfasst neben den börsenkotierten Indexfonds (ETF) auf verschiedene Marktindizes 16 weitere kleine Aktienpositionen. Diversifikation ist zwar gut, aber einzelne Positionen von weniger als 20'000 Franken sind kostspielig, und die Depotübersicht geht verloren.

«Buy and Hold» ohne Zukunft: Die optimale Anlagestrategie der neunziger Jahre, Aktien zu kaufen und lange zu halten, bewährt sich heute nicht mehr. Die wichtigen Aktienindizes SMI, S&P 500 und DJ Stoxx 50 zeigen über die letzten zehn Jahre ein ernüchterndes Null­ergebnis. 11 der 16 Einzelpositionen schneiden im vorliegenden Depot schlechter ab als der Vergleichsindex. ­Eine neue Anlagestrategie ist gefragt. Taktische Über- und Untergewichtung des Aktienanteils und gezielte Tradingpositionen könnten ein Rezept sein.

Unerwartete Risiken: Trotz Diversifikation in 20 Einzeltitel sind ungefähr 35 Prozent des Depots in die drei Titel HBM BioVentures, Novartis und Swiss Re investiert. So wurden Klumpenrisiken geschaffen, indem sich Wertschwankungen in diesen Titeln überdurchschnittlich auf die Performance des Depots auswirken. Zu beachten ist überdies, dass der Anleger über die Indexfonds bereits stark im Pharmabereich ­investiert ist und dass auch diese Fonds Aktienpositionen von Novartis enthalten. Das Gleiche gilt übrigens analog für die Swiss Re.

Wie weiter? Risikobereitschaft wie -fähigkeit für eine Anlagestrategie «Aktiendepot international» sind gegeben. Wir erachten den Anteil der passiven Anlagen mit ETF von zwei Dritteln als sinnvoll. Den Rest raten wir auf zwei bis vier Tradingpositionen zu limitieren.

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WH&P Weibel Hess & Partner AG,
René M. Weibel, BILANZ-Depot, Postfach,
6371 Stans.