Mit Silber lässt sich viel Geld verdienen, aber auch schnell wieder verlieren. Der Preis des Edelmetalls hat sich über ein Jahr bis Ende August zwar rund verdoppelt, kürzlich innerhalb von nur drei Tagen aber wieder ein Viertel verloren.

Wer das Silberspiel mitmacht, braucht Nerven aus Stahl. Der Investor René ­Braginsky investiert mit seinem Hedge Fund CommCentive in Silber und Gold. Rund 180 Millionen Franken verwaltet der Fonds – «das Vermögen von Family und Friends», so der Grossinvestor, der über ein geschätztes Privatvermögen von 450 Millionen Franken verfügt. Bis Ende August hatte sich der Wert seines Fonds seit seiner Lancierung Anfang 2010 mehr als vervierfacht. Diese Performance erreicht Braginsky, indem er auch auf Kredit kauft und damit eine Hebelwirkung erzielt. Noch im April lag der Hebel bei 2,2, ein Anstieg des Silber- und Goldpreises um je ein Prozent bedeutete also einen Fonds-Wertzuwachs von 2,2 Prozent. Vor Monatsfrist wurde der Hebel allerdings auf 1,9 gesenkt. «Zudem haben wir Silberpositionen abgebaut», ergänzt Braginsky. Längerfristig sieht er den Silberpreis aber eher bei 50 als bei 30 Dollar pro Unze wie gegenwärtig. «Jetzt ist Silber wieder auf einem Einstiegskurs.»

Ähnlich schätzt das Jürg Bosshart ein, Partner bei AMS Asset Management in Buchs SG, die auf Absolute Return spezialisiert ist: Er sieht den langfristigen Aufwärtstrend ungebrochen, falls der Silberpreis nicht unter 26 Dollar falle; sein Kursziel liegt derzeit bei 38 Dollar. «Für einen Wiedereinstieg in Silber ist aber keine Eile geboten», so Braginsky. Kurzfristig könne der Kurs durchaus noch etwas fallen.