Für die einen sind sie Schrott, für die anderen das spannendste Investment der Welt: High-Yield-Bonds. Das sind Anleihen von Unternehmen mit einer schlechten Schuldnerqualität. Das höhere Ausfallrisiko wird den Anlegern mit höheren Zinsen schmackhaft gemacht. In den vergangenen zwei Jahren verwöhnten Hochzinsanleihen die Investoren mit reichen Erträgen. 2004 legte der Global High Yield Index von Merrill Lynch um neun Prozent zu.

Viele Experten erwarten, dass sich auch 2005 die so genannten Junk-Bonds (Schrottanleihen) besser entwickeln werden als Unternehmensbonds mit einem guten Kreditrating oder als Staatsanleihen. Das liegt vor allem daran, dass High Yields wegen des deutlichen Zinsaufschlags kaum von Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus bewegt werden. Die Performance ist von ähnlichen Faktoren abhängig wie bei Aktien, nämlich der Entwicklung des Unternehmens und seiner Zahlungsfähigkeit. Anders als normale Anleihen geraten Hochzinsanleihen in einem Umfeld steigender Zinsen daher nicht unter Druck. So eignen sie sich zur Diversifikation des Portfolios, denn die Renditen sind ähnlich wie bei Aktien, und die Volatilität ist kaum höher als bei normalen Unternehmensanleihen.

Obwohl das Ausfallrisiko bei den High Yields zurzeit abnimmt, handelt es um ein sehr spekulatives Investment mit hohem Risiko. Besonders bei der Auswahl einzelner Titel ist Vorsicht geboten, denn im Fall der Zahlungsunfähigkeit bleibt dem Anleger nichts. Daher sollte man bei Investitionen in Schrottanleihen einen Fonds wählen. Diese investieren oft in mehr als 100 Unternehmen. So ist das Risiko ausreichend gestreut. Dennoch ist wegen des höheren Risikos bei High-Yield-Fonds eine längere Behaltdauer sinnvoll, um eine schlechtere Performance wegen eventueller Kreditausfälle ausbügeln zu können.

Fast 90 Prozent aller Junk-Bonds stammen aus den USA. High-Yield-Fonds enthalten daher fast immer ein Währungsrisiko. Man sollte also darauf achten, dass Fonds über Mechanismen zur Währungsabsicherung verfügen.

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